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Wie der Tyrann zu einem Sohn kommt

thunSouverän meisterte die Thuner Freizeitbühne am Mittwochabend die Premiere des Schwanks «Der Tyrann» und bot dem Publikum in der fast ausverkauften Alten Oele damit gute Unterhaltung und viel zu Lachen.

Das dieses Jahr von der Thuner Freizeitbühne auf die Bühne gebrachte Stück «Der Tyrann» ist ein typischer Schwank, der von Intrigen im kleinbürgerlichen Milieu erzählt, dem Publikum mit Witzen am Laufmeter, auch unter der Gürtellinie, kurzweilige Unterhaltung bietet und in dem sich zum Schluss alles zum Guten wendet. Peter Rüegsegger, welcher auch Regie führte und die Hauptrolle spielt, übersetzte das Stück von Bernd Gombold für die Freizeitbühne auf Berndeutsch. Alle drei Akte spielen im Gemeindehaus eines durchschnittlichen Schweizer Dorfes. Notlügen & Co. Seit 25 Jahren herrscht der ebenso bünzlige wie jähzornige Gemeindepräsident Albert Babel über sein Dorf und tyrannisiert sowohl seine Frau und seine Tochter, die im Gemeindehaus für ihn arbeiten, als auch seine Angestellten. Heute feiert er seinen 60.Geburtstag und möchte die Festrede für den Abend einstudieren, wird von seiner neugierigen Putzfrau Rosa aber immer wieder unterbrochen. Von ihr erfährt er, dass seine Tochter Lisa mit dem Sohn des Gemeindepräsidenten des Nachbardorfes, seinem Erzfeind, liiert sein soll, woraufhin Babel die Tochter zur Rede stellt. Diese bestätigt die Beziehung und erklärt ihrem Vater, dass sie Peter Bacher heiraten werde, was Babel ihr tobend vor Wut zu verbieten versucht. Lisa lässt sich aber nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Kurze Zeit später wird der Dorfkönig vermeintlich von seiner Vergangenheit eingeholt: Ein saudiarabischer Scheich steht vor der Tür und behauptet, Babels Sohn zu sein. Mit allen Mitteln will der Gemeindepräsident verhindern, dass dieser zu seiner Geburtstagsfeier im Goldenen Ochsen kommt. Vor den Mitarbeitern des Gemeindehauses kann Babel die Anwesenheit des Saudis aber nicht lange geheim halten. Seine Notlügen und Abschiebungsversuche und die daraus resultierenden Missverständnisse, welche die überall schnüffelnde und lauschende Putzfrau weiterverdreht und als wilde Gerüchte im Dorf verbreitet, führen zu urkomischen Situationen, sodass sich das Publikum in der fast ausverkauften Alten Oele teilweise kaum mehr halten konnte vor Lachen. Die Premiere lief reibungslos ab. Patzer waren kaum auszumachen, alle hatten ihre Rollen einwandfrei einstudiert. Die Dialoge wurden klar und genügend laut gesprochen, was das Zuhören sehr angenehm machte. Die Darsteller spielten die bereits klischeehaften Charaktere zwar überzeichnet, aber überzeugend und konsequent. Ihre Leistung wurde mit lang anhaltendem Applaus honoriert.Miriam Schild«Der Tyrann» wird von der Thuner Freizeitbühne noch am 6., 7., 11., 13. und 14. Mai jeweils um 20 Uhr, am 8. und 15.Mai um 17 Uhr in der Alten Oele in Thun aufgeführt. Eintritt 25/20 Franken. >

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