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Wieviel darf das Freibad kosten?

adelbodenAm 15. Mai wird über die Zukunft des

«Wenn wir etwas machen, sollten wirs richtig machen.» Alfred Zumbach, Adelbodner Bademeister im Auftrag des Tourismusvereins seit 1995, wird am 15. Mai die Variante 1 auf dem Stimmzettel ankreuzen. «Ausser dem Geld gibt’s von den Gegnern der Totalsanierung kein Argument», sagt er, und werkelt weiter am Bassin, denn die Eröffnung ist für den 10. Juni geplant. Wird nichts an der Freibadanlage gemacht, wird es die letzte Saison sein. Die Verbesserungen, für die 3,66 Millionen Franken nötig wären, sind für den Betrieb und die Sicherheit nötig, begründet Zumbach. Verschiedene Niveau-Unterschiede sollen mit dieser Variante ausgeglichen werden, gefährliche Absätze verschwinden und vor allem auch die sanitären Einrichtungen auf Vordermann gebracht werden. «Der 500-Liter-Boiler hat Jahrgang 1930!» Und: «Wo lernen dann die Kinder schwimmen, wenn das Nichtschwimmerbecken weg ist?» fragt Zumbach sich. «Wer trägt die Kosten?» Jürg Blum, quasi im Schwimmbad aufgewachsen, da der Vater Bademeister war, ist heute Gemeindepräsident. Er kann die Argumente Zumbachs nachvollziehen, hat aber auch die Gemeindefinanzen im Blick. «Für 1,66 Millionen Franken können wir soweit sanieren, dass wir zehn Jahre Ruhe haben. Damit sind auch die jährlichen Betriebskosten von 380000 Franken finanzierbar. Ich frage mich jedoch, wer diese Kosten von 620000 Franken bei einem Totalausbau aufbringen sollte?» Es bleibt also noch die Null-Lösung: «Wir investieren gar nichts, und warten ab, wie sich das Projekt Alpenbad entwickelt. Die Folgen sind absehbar. Die Anlage bleibt 2 bis 3 Jahre geschlossen, eine Lösung wird hinausgeschoben, die Anlage zerfällt und das Schwimmbad in Adelboden wird endgültig Geschichte sein», ist Blum überzeugt. Das Freibad Gruebi gehört der Gemeinde, wird aber von Adelboden Tourismus (AT) betrieben. Die Leistungsvereinbarung ist zwar vorsorglich gekündigt worden, doch AT ist bereit, über eine Weiterführung zu verhandeln. Das 1933 eröffnete Bad (siehe Text unten) hat seit langem bauliche Probleme. Es umfasst heute ein Nichtschwimmerbecken (das nicht mehr betrieben werden kann), ein Planschbecken und das schon auf 25 Meter halbierte Schwimmbecken. Aus Gewichtsgründen musste dies vor sieben Jahren gemacht werden – damals als Provisorium für fünf Jahre gedacht. Auf die ausstehende Alpenbad-Entscheidung angesprochen, betont Jürg Blum, dass das Gruebi unabhängig davon eine Investition nötig habe. «Das ist mit oder ohne Alpenbad für uns wichtig. Das eine ist ein Freibad, das andere eine Wellness-Einrichtung.». In den drei Saisonmonaten werden jeweils etwa 25000 Eintritte verkauft. Eine komplette Schliessung ist in den geführten Gesprächen gar keine Alternative, das wird klar. Wieviel den Adelbodnern ihr Bad wirklich wert ist, zeigt sich Mitte Mai.Hans Rudolf Schneider>

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