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Winter bringt Freud, aber auch Gefahr

OberlandDie intensiven Schneefälle haben die ersten wetterfesten Skifans auf die Piste gelockt. Sturmwinde sorgten für Bahnunterbrüche und eingeschränkten Bahnverlad am Lötschberg. Die Lawinengefahr ist erheblich.

Die Skifans sind los; Schnee hat es mittlerweile genug. So freute sich Winfried Theilen seines Lebens. Der Deutsche war gestern an der First mit den uralten Holzski seines Grossvaters unterwegs: «Sonne, Schnee, was will man mehr?» Christoph Schläppi, stellvertretender CEO der Jungfraubahnen, stellte einen nicht überwältigenden, aber zufriedenstellenden Aufmarsch von Wintersportlern fest: «Der Grundstock für die Skisaison ist jetzt gelegt; all diejenigen, die sich nach dem Winter gesehnt haben, sind jetzt schon mal auf ihre Kosten gekommen.» Die Jungfrau-Skiregion hatte am Wochenende die Gondelbahn First und die Sesselbahn Grindel in Betrieb. Sogar offene Talabfahrten Weit über einen Meter Neuschnee gab es im Schilthorngebiet. So konnte Pistenrettungschef Peter Bühler am Samstag nicht nur den Skilift Allmendhubel öffnen, sondern auch gleich die Sesselbahnen Maulerhubel, Winteregg und Allmendboden. Gestern gingen sogar noch Gimmelen und Schiltgrat auf. Das Skigebiet oberhalb der Höhelücke bleibt aber noch geschlossen – zu hoch ist die Lawinengefahr. Unterhalb des Birg gab es bereits mehrere spontane Lawinenabgänge. «Das Engital werden wir frühestens am Mittwoch, spätestens aber vor Heiligabend öffnen», schätzt Peter Bühler. Sein Hasliberger Kollege Peter Michel freut sich, denn die Lawinenzüge am Planplatten liessen sich mit wenigen künstlichen Auslösungen entladen, und die Pisten konnten wie erhofft geöffnet werden: «Sogar die Talabfahrten nach Wasserwendi und Reuti konnten wir gestern öffnen. Und wir hatten trotz des schlechten Wetters recht viele Gäste und ein alpines JO-Kader auf unseren Skipisten.» Auch in Adelboden ist man erleichtert ob der weissen Pracht. Marketingleiterin Barbara Schäfli: «Wir sind richtig zufrieden. Heute wird entschieden, in welcher Reihenfolge in diesen Tagen die restlichen Bahnen in Betrieb gehen. Bis zum Wochenende wird das ganze Skigebiet laufen.» Im Boden und auf Engstligenalp sind die Langlaufloipen gespurt. Und auch die 12 Kilometer lange Loipe auf Lombachalp ist offen. Wenn es das Wetter erlaubt, bleibt sie es. Der in grossen Mengen gefallene Neuschnee beglückte nicht nur die Wintersportanbieter, er sorgte auch für viel Arbeit bei der BLS. So wurde am Freitagnachmittag die Strasse zwischen Goppenstein und Gampel-Steg infolge grosser Lawinengefahr gesperrt. In der Folge verkehrten Autoverlad-Züge ab Kandersteg nur direkt nach Brig. Seit gestern Morgen 10.30 Uhr läuft der Bahnverlad wieder normal. Seit Freitagabend fährt auch die Montreux-Oberland-Bahn (MOB) zwischen Zweisimmen und Schönried nicht mehr; dies nach einem Erdrutsch, wie von der MOB-Direktion zu erfahren war. Heute Nachmittag soll das betroffene Teilstück wieder fahrplanmässig passiert werden können. Auf dem Strassennetz des Berner Oberlandes verlief der Verkehr laut Kantonspolizei ruhig. «Abgesehen von vereinzelten Kollisionen mit Blechschaden gab es keine nennenswerten Zwischenfälle», sagte gestern Abend Kapo-Sprecher Heinz Pfeuti. Erhebliche Lawinengefahr Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung beurteilte die Lawinengefahr von heute als erheblich. Die Gefahrenstellen liegen an Steilhängen aller Expositionen. Diese liegen im Oberland oberhalb von 1800 Metern. Einzelpersonen können Lawinen auslösen. Die grossen Triebschneeansammlungen der letzten Woche sind überschneit und nur schwer erkennbar. Die Grösse und Verbreitung dieser Ansammlungen nehmen mit der Höhe zu. Es braucht deshalb viel Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr.Bruno Petroni>

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