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YB-Fest in Neuenburg

Reto Bertolotti

«YB isch Meischter» – das war die (relativ nüchterne) Schlagzeile der Berner Zeitung am Montag, 26.Mai 1986. Zwei Tage zuvor hatten die Young Boys den ersten Meistertitel nach 26 Jahren sichergestellt. Gleich mit 4:1 siegten die Berner beim Rivalen Xamax, es war eine Demonstration der Klasse und des Selbstvertrauens. «YB und seine frechen Himmelsstürmer» hiess es an anderer Stelle in der BZ. Und im Kommentar schrieb der damalige BZ-Sportchef, der mittlerweile leider verstorbene Urs Frischknecht: «YB hat aus der Vergangenheit gelernt. Der Titel ist das Produkt schrittweiser Aufbauarbeit.» Frischknecht nannte die Ausländer (Robert Prytz , Lars Lunde), das Kollektiv und den bestandenen Stamm mit Schweizer Spielern (Urs Zurbuchen, Jean-Marie Conz, Jürg Wittwer, Georges Bregy, Martin Weber) als weitere Gründe des Triumphs. Zudem sei YB im Volk wieder enorm beliebt. Werden die Young Boys morgen gegen Basel Meister, wäre vie-les ähnlich – einfach die Namen müsste man austauschen. Meistertrainer Alexander Mandziara erklärte 1986: «Titel sind nicht planbar – aber guter Fussball.» Mandziara, gebürtiger Pole mit deutschem Pass, führte YB mit 46 Jahren zum Meistertitel, ein Jahr später gewann er mit den Bernern auch den Cup (4:2 nach Verlängerung im Final gegen Servette). YB lag vor der zweitletzten Runde und dem Gastspiel in Neuenburg einen Punkt vor Xamax, das mit grossen finanziellen Möglichkeiten ein starkes Team zusammengestellt hatte. In den nächsten zwei Saisons sollten die Xamaxiens denn auch Meister werden, doch am 24.Mai 1986 war YB vom Team um Torhüter Karl Engel sowie Don Givens, Heinz Hermann und Uli Stielike nicht zu bremsen. Nach fünf Minuten ging Xamax durch Peter Küffer zwar noch 1:0 in Führung, doch Dario Zuffi erzielte nur 120 Sekunden später bereits den YB-Ausgleich. Und als Xamax in der zweiten Halbzeit immer mehr riskierte, öffneten sich Räume für die schnellen YB-Stürmer. Lunde entwischte zweimal (65. und 74.Minute), und als Zuffi zehn Minuten vor Spielende ebenfalls sein zweites Tor an diesem Abend erzielte, war die Partie entschieden. Prytz gab bei allen vier Treffern den letzten Pass, er krönte damit seine überragende Rückrunde mit YB. Im Nachhinein wird vieles verklärt, und so ist es schwierig, zu sagen, wie viele YB-Fans unter den 21500 Zuschauern (damaliger Stadionrekord) auf der Maladière waren. Einige Tausend dürften es gewesen sein, die YB-Feierlichkeiten jedenfalls waren laut und ausschweifend. Und im sogenannten Bocciahäuschen beim alten Wankdorf feierten die Helden nach der Rückkehr noch stundenlang. Der Meisterpokal wurde YB am letzten Spieltag überreicht – nach einer 1:2-Heimniederlage gegen Zürich am 27.Mai 1986 vor 18500 Besuchern. fdrSaison 1985/1986. 29. Runde: Xamax - YB 1:2. – 30. Runde: YB - Zürich 1:2. – Tabelle (2-Punkte-Regel): 1. YB 30/44 (72:28). 2. Xamax 30/42 (78:32).>

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