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Young Boys solidarisch

Ohne die drei kranken Individualisten Seydou Doumbia, Gilles Yapi und David Degen hat YB mit grosser Solidarität überzeugt.

Scott Sutter stand im Kabinengang der AFG-Arena und war: entkräftet, ausgepumpt, erschöpft. Er sagte lächelnd: «Ich bin müde.» Wenige Meter daneben gab Mario Raimondi Auskunft über sein Befinden: «Ja, ich bin schon kaputt. Das war ein grosser Kampf.» Nach seiner Verletzungspause stand Raimondi erstmals wieder in einem Ligaspiel in der YB-Startformation, und er war in St.Gallen ein Sinnbild für den Berner Auftritt. Nicht spektakulär und schon gar nicht glanzvoll hatten die Young Boys agiert, aber sie waren grundsolide und solidarisch, sie waren jederzeit eine Einheit, und vielleicht hing das auch mit den gewichtigen Absenzen (Seydou Doumbia, Gilles Yapi, David Degen) zusammen, welche die YB-Spieler näher zusammenrücken liessen. «Wir haben mehr als elf gute Fussballer», sagte Raimondi, und Marco Wölfli, der Torhüter, ergänzte: «Das war ein sehr wertvoller Erfolg für uns.» Wölflis Fussschmerzen Marco Wölfli stand am Sonntag oft im Brennpunkt. Und er fiel auf, weil er eine der Haupttätigkeiten eines Keepers gar nicht ausführen konnte. Eine Verletzung am rechten Fuss, erlitten beim 2:1-Sieg gegen Luzern vor Wochenfrist, hinderte ihn daran, die Abkicks auszuführen, sodass entweder Emiliano Dudar oder François Affolter diese Aufgabe übernahm. «Ich habe die ganze Woche nur Therapie absolviert», sagte Wölfli, «und ich bin froh, habe ich spielen können.» YB sendete mit dem Sieg ein kräftiges Zeichen an die von hinten drängelnde Konkurrenz aus Basel. «Es ist nie einfach, in St.Gallen zu gewinnen», sagte Wölfli. Er sei stolz auf den Kampfgeist des Teams und freue sich für den «überragenden Regazzoni» über dessen Leistung. Tessiner Zusammenspiel Alberto Regazzoni mochte die eigene Leistung nicht überbewerten. «Wenn man Tore erzielt, ist das immer schön. Doch mir ist es egal, ob der Torschütze Doumbia, Degen oder Regazzoni heisst», sagte der Stürmer. «Wichtig ist, dass wir Tore schiessen, als Team funktionieren und siegen.» Und er sei froh, erklärte Regazzoni weiter, dass jetzt mit Lustrinelli ein erfahrener Stürmer dabei sei. «Lustrinelli spielt intelligent und schafft Freiräume für die anderen.» So war es beim 0:2, als der eine Tessiner, Lustrinelli, zwei Gegenspieler auf sich zog, und der andere Tessiner, Regazzoni, nach Lustrinellis abgeblocktem Schuss frei stehend aus wenigen Metern einschieben konnte. Die Young Boys waren nach dem fast schon obligatorischen Erfolg in St.Gallen glücklich, aber sie waren nicht euphorisch. «Das haben wir letzte Saison auch oft gedacht, zum Beispiel nach den Siegen in Zürich oder Sion», antwortete Mario Raimondi auf die Frage, ob man mit solchen Siegen Meister werde. Und Wölfli meinte: «Das waren drei wichtige Punkte. Aber auch nicht mehr.» Der Zweikampf mit dem FCB dauert noch lange. fdr >

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