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Zivile Trauung: Auswahl wird kleiner

Ab Januar stehen Heiratswilligen im Oberland für die zivile Trauung weitaus weniger Lokale zur Auswahl als bisher. Verschiedene Grossräte aus der Region forderten nun gemeinsam mehr Angebote. Doch der Kanton ist dagegen.

Die Qual der Wahl wird für Heiratswillige ab kommendem Januar kleiner – zumindest bei der Auswahl des Ortes für die zivile Trauung. Mit der Neuorganisation des Zivilstandswesens per 1.1.2010 gibt es im Kanton Bern neu 7 statt 24 Zivilstandsämter, im Oberland gibt es künftig nur noch ein Amt in Thun und eines in Interlaken (wir berichteten). Wer sich nicht in einem Zivilstandsamt trauen lassen wollte, hatte in der Region bisher die Auswahl aus einem breiten Angebot. Dazu gehörten beispielsweise so exklusive Plätze wie das Schilthorn Piz Gloria, das Grandhotel Giessbach, das Schloss Schadau in Thun, das Motorschiff «Stockhorn» oder der Panorama Alpen Tower in Hasliberg. Oberländer wollen mehr Ab Januar stehen Paaren für die zivile Trauung nebst den beiden Zivilstandsämtern in Thun und Interlaken jedoch nur noch je zwei externe Lokale zur Verfügung (siehe Kasten). Das ist vielen zu wenig. «Im Oberland finden traditionsgemäss viele Trauungen, auch von zahlreichen Auswärtigen, statt», sagt Walter Messerli, SVP-Grossrat aus Interlaken. Die Hochzeiten seien für die Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, und auch der touristische Werbeeffekt dürfe nicht vernachlässigt werden. «Wir brauchen eine attraktive Auswahl», betont Messerli. In einer Motion forderte er den Regierungsrat des Kantons Bern deshalb auf, im Oberland ab Januar mehr externe Traulokale als bisher geplant zu ermöglichen. Statt zwei brauche es pro Zivilstandskreis mindestens fünf, so der SVP-Grossrat. Unterstützung erhält Messerli von sieben weiteren Oberländer Grossratsmitgliedern aus der SVP, EVP, FDP, SP/Juso und von den Grünen. Ins selbe Horn stösst auch der Meiringer SP/Juso-Grossrat Christoph Ammann: Er hat gleichzeitig mit seinem Ratskollegen Walter Messerli eine weitere Motion eingereicht. Darin fordert er, «weiterhin Trauungen an möglichst vielen attraktiven Standorten zu ermöglichen». Der finanzielle Aufwand solle dabei ganz den Paaren verrechnet werden. Qualität statt Quantität In seiner gestern publizierten Antwort hält der Regierungsrat nun fest, dass er künftig nicht mehr Traulokale bewilligen will. «Nicht die Anzahl der Standorte, sondern deren Attraktivität ist massgebend», so der Regierungsrat. Es mache keinen Sinn, ein Angebot aufrechtzuerhalten, für das gar keine Nachfrage bestehe. Von den 33 externen Lokalen im ganzen Kanton konzentrierten sich 90 Prozent der Trauungen auf die 14 beliebtesten Standorte. Zu diesen gehören insbesondere schlossähnliche Gebäude wie beispielsweise das Schloss Schadau. «Es ist sinnvoller, das Angebot an wenigen, jedoch sehr attraktiven Standorten zu konzentrieren.» Als weiteren Grund, die Motion abzulehnen, führt der Regierungsrat die Kosten ins Feld. Für auswärtige Zeremonien müssen Paare zwar einen Zuschlag bezahlen. Allerdings seien die effektiven Kosten so nur zwischen 30 und 60 Prozent gedeckt. «Den Rest übernehmen die Steuerzahler», so der Regierungsrat. Den Kanton koste dies pro Jahr 70000 bis 100000 Franken. Doch mehr Lokale? Der Regierungsrat empfiehlt dem Grossen Rat, der über den Vorstoss definitiv befinden muss, zwar abzulehnen, will den Oberländer Motionären dennoch ein Stück entgegenkommen. Sofern die Nachfrage und auch das Angebot an externen Anbietern gross sei, werde sich der Kanton für mehr externe Traulokale einsetzen. Eine solche Ausnahmeregelung wäre laut der entsprechenden Verordnung möglich. Lilly Toriola >

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