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Zu Gast bei Hepburn, Mann und Co.

Viele berühmte Menschen haben in der Schweiz ihre letzte Ruhestätte gefunden. Doch wer liegt wo? Diese Frage beantwortet Hanspeter Buholzer in seinem Buch «Immortalis». Über 200 Gräber sind darin abgebildet.

Camille Bloch, Schokoladenfabrikant, liegt in Bern; Cuno Amiet, Maler, liegt in Oschwand; Sir Peter Ustinov, Schauspieler und Regisseur, liegt in Bursins; Marthely Mumenthaler, Jodlerin und Schlagersängerin, liegt in Zürich – die Aufzählung liesse sich beliebig verlängern. Hanspeter Buholzer hat in seinem Buch «Immortalis» über 200 Ruhestätten von Prominenten in der Schweiz aufgelistet. Unbekannte BekannteWobei aufgelistet eigentlich das falsche Wort ist: Buholzer hat die Gräber der Männer und Frauen fotografiert, jeweils ein Bild aus Lebzeiten dazugestellt und einen Text über Leben und Werk eines jeden verfasst. Zusammen ergibt das ein vergnügliches und abwechslungsreiches Nachschlagewerk mit interessanten, unerwarteten Erkenntnissen: Haben Sie gewusst, dass Thomas Mann und fünf seiner Kinder auf dem Friedhof von Kilchberg liegen? Dass Gilberte de Courgenay eigentlich Gilberte Montavon und Betty Bossi eigentlich Emmi Creola-Maag hiess? Dass die einzige Grabstätte einer Königin in der Schweiz, jene von Gertrud Hanna von Hohenberg, leer ist? Die Stammmutter der Habsburger-Dynastie in Österreich fand ihre letzte Ruhe, nach mehreren «Umzügen», in Kärnten. Persönliche Statements Hier und da lässt Hanspeter Buholzer seine persönliche Meinung über die Verstorbenen durchschimmern: so zum Beispiel bei Hans Moeckel, Musiker, Arrangeur und ab 1966 Dirigent des Unterhaltungsorchesters Beromünster: Moeckel ist für schwere Momente im Leben Buholzers verantwortlich. Die «unzähligen Variationen der Elisabethen-Serenade und die weichgespühlten Instrumentalversionen von Beatles-Songs, die zur Mittagszeit auf Radio Beromünster ertönten, verdüsterten die Jugendzeit des Herausgebers nachhaltig», steht auf Seite 69 zu lesen. Keinen Hehl macht der seit bald 30 Jahren in Langnau lebende Basler auch aus seiner Vorliebe für Fussball: Die Ruhestätten etlicher Ballkünstler haben den Weg in sein Buch gefunden. «Der Grösste», so Buholzer, «ist unbestritten Josef ‹Seppe› Hügi». Warum, ist auf Seite 51 von «Immortalis» nachzulesen. Berühmte Namen Viele berühmte Namen stehen im Buch von Hanspeter Buholzer: Alois und Zarli Carigiet, Sir Charlie Chaplin, Audrey Hepburn, Friedrich Glauser, Christian Morgenstern, Hans Hürlimann, Kurt Furgler, Jean Tinguely, Rainer Maria Rilke, Clay Regazzoni, und, und, und. ... und besondere MenschenDann gibt es aber auch den Eintrag über Anggebliemli, einen Basler Schnitzelbangg-Künstler der 60er- und 70er-Jahre, dessen Vers über das Drämmli, auf das er nämmli wartet, legendär ist. Auch «Blueme-Fritz» hat seinen Platz im Buch erhalten. Er war Rosenverkäufer und zog allabendlich durch die Basler Beizen, um seine Ware loszuwerden. Der deutsche Bundeskanzler Willy Brandt wurde von ihm ebenso mit Rosen bedacht wie US-Präsident Bill Clinton. Der bedankte sich schriftlich bei «Blueme-Fritz» Holderried für das Geschenk. Dass Hanspeter Buholzer diesen beiden Männern und anderen, nicht in der ganzen Schweiz oder gar in der weiten Welt bekannten Menschen Platz einräumt, spricht für ihn und für sein Buch. Prominent ist eben nicht nur, wer überall erkannt wird. Prominent ist auch, wer die Herzen der Menschen berührt. Cornelia Leuenberger«Immortalis – Prominenz auf Schweizer Friedhöfen» erscheint im Landverlag, Trubschachen. Buchvernissage: Samstag, 24.Oktober, 20.30 Uhr, Keller-Theater, Langnau. >

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