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Zur Nachahmung empfohlen

Eine Woche bevor sich

Manchmal fehlen bei der Hauptprobe die Protagonisten. Die Vereine, deren Farben, das Stadion, der Speaker – alles war, wie es am Samstag sein wird. Bloss die Stars fehlten. Eine Woche vor der Super-League-Partie zwischen Thun und Zürich standen sich deren U21-Teams gegenüber. Dabei siegten die Berner. Und zwar mit 1:0. Sandro Christen schoss den Treffer; Fabio Donato hatte vorbereitet. Mitreissend war die Partie nicht. Irgendwie erinnerte sie einen an die WM. Taktik ging über Kunst, Torraumszenen waren rar, allenfalls Ansätze gefielen. Den Zürchern wünschte man einen Zehner, der scheinbar nicht mehr gebraucht wird. Die Thuner hätten Flügelspieler benötigt, für die es in Rüdiger Böhms System mit Rhombus-Mittelfeld aber keinen Platz gab. So wurde der Ball zirkuliert, ohne dabei in den Strafraum zu geraten. Gerade der Gast war harmlos. Konnte er eine Aktion abschliessen, schoss er weit drüber. Offenbar heimstark Die Thuner begnügten sich trotz Überzahl mit dem Status quo. «Die Zürcher haben gute Spieler. Es war nicht einfach gegen sie», sagte Captain Ervin Gashi. «Wir wollten das Spiel kontrollieren.» Das war zwar nicht annähernd spektakulär, aber erfolgreich. Zum zweiten Mal siegten die Thuner; erneut hatten sie daheim den aktuellen Leader bezwungen. «Wir scheinen heimstark zu sein», sagt Gashi dazu. Das Potenzial der Oberländer U21-Auswahl ist jedenfalls gross. «Hätten wir in den erstenSpielen unsere Chancen genutzt, stünden wir nun ganz oben», mutmasst Gashi. Bei den Thunern zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab wie in der letzten Spielzeit. Auch da hatten sie schlecht begonnen, die ersten beiden Spiele gleich verloren. In der Folge aber reihten sie Erfolg an Erfolg. Von einer Siegesserie im grossen Stil ist diesmal nicht auszugehen; dazu ist die Konkurrenz in der 1.Liga zu stark. Thun aber könnte durchaus oben mitspielen. Einige Erkenntnisse Die Oberländer traten gegen ihre Zürcher Altersgenossen zwar nicht als Kreativköpfe auf; das Resultat aber stimmte mit dem Sieg allemal. Aus Thuner Sicht glückte die Hauptprobe für den Samstag damit. Insofern ist die Leistung der U21 zur Nachahmung empfohlen. Böhm bewies bei seinem zweiten Heimspiel als Thun-Coach derweil, ganz schön laut werden zu können. «Valdon, hör auf mit der Scheisse!», schrie er mal. Dabei Adressat: Angreifer Sadiki. Als Selektionär war Böhm Abenteurer. Andreas Wittwer – Defensivspieler als Profi – wurde als Stürmer aufgestellt. Der 19-Jährige gefiel. Auch überzeugen konnte Nicolas Schindelholz. Mit Ausnahme eines Fehlpasses agierte er sehr souverän. Zudem demonstrierte er, als Freistossschütze eine Alternative zu sein. «Leistung bestätigen» Neu ist auch, dass Gashi als Aussenverteidiger aufläuft. Des Abwehrspielers Platz war davor immer das Zentrum gewesen. «Gegen Zürich spielte ich gut, nachdem ich nach den letzten Spielen enttäuscht gewesen war von mir. Ich muss nun diese Leistung bestätigen; dann klappt es vielleicht auch wieder mit einem Aufgebot für die Super League.» Gashi ist Kaderangehöriger der 1. Mannschaft und hatte im Auftaktspiel gegen YB sein Debüt in der höchsten Spielklasse gegeben. Gashis Rechte liegen wieder bei den Oberländern. Die letzte Saison hatte er als Spieler der Berner U21 in Angriff genommen. Wohl fühlte er sich da nicht. «Daheim fühle ich mich einfach hier, beim FC Thun», sagt er. Das erstaunt einigermassen. Ansässig nämlich ist Gashi gleich neben dem Stade de Suisse. Manchmal ist der Wohnsitz nicht das Zuhause. Adrian Horn>

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