Zum Hauptinhalt springen

Zwischen Gala und «Schwimmfest»

UnihockeySpielerisch gehört Floorball Köniz zu den besten Equipen des Landes, kämpferisch kommen immer wieder Defizite zum Vorschein. Trainer David Jansson dürfte den Verein verlassen.

Die Erleichterung ist nicht zu überhören. Die Könizer Unihockeyaner stürmen aufs Feld, feiern Samuel Schneiter, der nach sehenswertem Konter das 5:2 erzielte. Der Vergleich mit Grünenmatt dauert noch 4 Minuten, die Entscheidung ist jedoch gefallen. «Das war sehr wichtig. Wir haben einen grossen Schritt vorwärtsgemacht», sollte Trainer David Jansson später sagen. Vor 14 Tagen hatte Floorball Köniz bei den Langnauer Tigers den Kürzeren gezogen (4:5), den entscheidenden Treffer in der zweitletzten Minute erhalten. Vergangene Woche erging es den Vorstädtern noch übler: Bei den Grasshoppers waren sie 50 Sekunden vor Schluss 8:7 in Führung gewesen, ehe sie innert 41 Sekunden drei Tore kassierten. Turbulenzen vor Leisi Wäre Grünenmatt am Samstag in der Lerbermatt einen Tick stärker gewesen, hätte sich die Geschichte womöglich wiederholt. Die Gastgeber hatten in den ersten zwei Dritteln vier Tore erzielt, das Geschehen kontrolliert und zuweilen brilliert, drohten aber erneut auseinanderzufallen, nachdem Goalie Remo Leisi in der 44.Minute erstmals bezwungen worden war. Nervosität machte sich sehr breit, Akteure mit internationaler Erfahrung patzten wie Junioren. Den Emmentalern fehlten jedoch die Mittel, um aus dem «Schwimmfest» Profit zu ziehen. Das Problem ist erkannt. «Uns mangelt es an Stabilität», hält Jansson fest und ergänzt, im Umgang mit der Favoritenrolle bekunde seine Equipe mitunter Schwierigkeiten. Der Schwede ist freilich nicht der Erste, welcher sich mit diesen Schwächen konfrontiert sieht. Was die kämpferischen Qualitäten anbelangt, haben die Könizer seit ihrer Ankunft im Oberhaus vor gut zehn Jahren selten jenes Niveau erreicht, welches sie zumeist spielerisch demonstrieren. Lob für Berger Jansson hofft, der eine oder andere Spieler werde in den nächsten Wochen noch ein bisschen mehr Verantwortung übernehmen, erwähnt als positive Beispiele Topskorer Schneiter sowie den nach Motivationsproblemen mit viel Schwung zurückgekehrten Captain Manuel Zingg und sagt, er habe grundsätzlich ein sehr gutes Gefühl. Vergangenen Winter sei der nachmalige Meister Wiler-Ersigen ausser Reichweite gewesen, «in dieser Saison ist die Differenz kleiner», resümiert der 30-Jährige. Und lobt seinen Antipoden Thomas Berger, weil er trotz der vielen Routiniers im Team auf Junge setze und mit diesen experimentiere. «Es macht Freude, ihnen zuzuschauen, das gefällt meinem Schon-fast-Schweizer-Herzen.» Seit sich der Schwede Henrik Quist einen Kreuzbandriss zugezogen hat, tritt Wiler-Ersigen ohne Ausländer an; die Unteremmentaler sind der Konkurrenz dennoch entrückt. Im Kader der Könizer finden sich ausnahmslos Schweizer, weil der Klub seine raren Mittel lieber für Hausgemachtes als durchschnittliche Gastarbeiter verwendet. Ob Jansson im nächsten Jahr noch auf der Lohnliste stehen wird, ist ungewiss. Sollte er den Aufenthalt verlängern, würde er die Lehrerstelle an einem Unihockeygymnasium in Göteborg verlieren, welche er vor dem Umzug nach Bern innehatte. Zudem möchte seine Freundin Johanna wieder einer geregelten Arbeit nachgehen. Die Schwedin ist Journalistin, ihre Optionen sind hierzulande nicht sonderlich zahlreich. Kandidat für Wolf? Der Verein könne den Entscheid nicht mehr beeinflussen, sagt Jansson; «es ist hier doch schon alles super». Aber das Leben müsse irgendeinmal weitergehen, sinniert der passionierte Coach, damit antönend, in welche Richtung seine Gedanken kreisen. Denkbar wäre eine Anstellung als Nationaltrainer, das vakante Amt liesse sich mit den richtigen Assistenten von Göteborg aus ausüben. Viel Zeit bleibt nicht, um die Landesauswahl auf die Heim-WM 2012 vorzubereiten; gefragt ist ein guter Taktiker mit der Bereitschaft zum Experimentieren. Berger hat Auswahlchef Mark Wolf bereits abgesagt, Jansson wurde noch nicht angefragt.Micha Jegge >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch