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Asien für Einsteiger

Bauboom und Wirtschaftswachstum: Hongkong ist Inbegriff von Glamour und Globalisierung. Doch wer das authentische Hongkong kennen lernen will, sollte den Stadtteil Sham Shui Po besuchen.

Strassenmärkte, Schlachtorgien, Hinterhoffriseure: Im Stadtteil Sham Shui Po findet man das alte Hongkong.
Strassenmärkte, Schlachtorgien, Hinterhoffriseure: Im Stadtteil Sham Shui Po findet man das alte Hongkong.
zvg
Für Mutige: Ein Schlangengericht.
Für Mutige: Ein Schlangengericht.
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Sie mag Schlangen: Olivia Tang, Hongkonger Stadtführerin.
Sie mag Schlangen: Olivia Tang, Hongkonger Stadtführerin.
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Im Stadtteil Sham Shui Po findet man das alte Hongkong. Olivia Tang führt Europäer mit ihrer Kulinariktour durch das Arbeiterviertel. Die 33-Jährige betont aber, dass dies erst seit kurzem möglich sei: «Vor 6 Jahren nahmen die Polizisten Touristen zur Seite und führten sie in die modernen Geschäftsviertel zurück.» Jetzt mischten sie sich nicht mehr ein. «Hier spürt man die chinesische DNA der Stadt sehr gut. Hier erlebt man Asien für Einsteiger.»

Sie meint damit die vollen Strassenmärkte, Schlachtorgien, Hinterhoffriseure, Arzneimittelgeschäfte und Schlangensuppenküchen mit ihren Langlebigkeitsversprechen.

An jeder Ecke sieht man geschäftig-emsige Einheimische hantieren. Einer betäubt zuckende Fische mit einem Hammer und schneidet ihnen danach den Kopf ab. Ein anderer schlägt einer Schildkröte den Panzer auf.

Stadtführerin Olivia Tang führt die Touristengruppe in ein Restaurant. An einem Stehtisch wird eine Schale mit frittierter Schlange serviert. «Schlange esse ich nicht!», sagen ein paar Leute. Andere Tourteilnehmer kosten das Gericht zögernd. Sie sind aber nicht begeistert, weil sie feine Knöchelchen herausfischen müssen.

Die Restaurantinhaberin sagt: «Am besten isst man Schlangen mit einem Schluck Snake Wine, also Schnaps mit eingelegter Schlange.» Olivia Tang winkt ab und sagt lachend, für Europäer sei dies zu stark. Das wisse sie aus Erfahrung. Nach 30 Minuten verlassen wir das Lokal.

Die Mitbegründerin von «Walk in Hong Kong» erzählt, was in Hongkong sonst noch auf den Tellern landet: Hühnerbeine. Oder Grasfrösche – diese hüpfen auf den Märkten in ihren Käfigen auf und ab.

Das Tor zu China

Hongkong gilt als das Tor zu China. Doch was macht den Stadtstaat aus? «Eine eigene Identität ist uns sehr wichtig», sagt Olivia Tang und ergänzt: «Wir sehen uns nicht als Chinesen. Hongkong ist China und trotzdem anders.» Man finde nur wenige, die nicht Englisch sprächen.

155 Jahre herrschten die Briten über Hongkong. Vor 20 Jahren ging die ehemalige britische Kronkolonie wieder zurück an China. Die Befürchtung, unter Pekings Regie sei es mit der florierenden Wirtschaft in der Metropole vorbei, bewahrheitete sich nicht. Hongkong liegt in Sachen Wirtschaftsleistung gleichauf mit den USA.

Man baut in die Höhe

Hongkong liegt an der südchinesischen Küste. Die Stadt ist etwa halb so gross wie der Kanton Bern. Aber es leben hier über sieben Millionen Menschen. Wer sich politische Freiheit ersehnte, zog nach Hongkong.

Die hohen Einwandererzahlen bestimmten daher nach dem Zweiten Weltkrieg auch die Wohnungsbaupolitik. Platz hatte es nie genug. Weil sich nicht alle Gebiete für den Wohnungsbau eignen, baut man in die Höhe. Die gesamten Siedlungsgebiete bestehen beinaher nur aus Hochhäusern mit bis zu 60 Stockwerken.

Im nächsten Restaurant gibt es frittierten Tofu aus Kanada mit Zwiebeln. «Viele Lebensmittel müssen wir importieren. Es hat kaum fruchtbaren Boden», erklärt Olivia Tang.

Der Kellner bringt Hongkong-Milchtee und mischt ihn im Verhältnis 7:3 mit Kondensmilch. Spuren der britischen Herrschaft findet man vor allem im kulinarischen Bereich. Wie bei der europäischen Kondensmilch und dem indischen Tee mischen sich auch im Stadtstaat Tradition und Moderne.

Zum Beispiel im buddhistischen Chi-Lin-Nonnenkloster auf Kowloon mit seinem grossen Tempelkomplex mit eleganter Holzarchitektur. Der Nan Lian Garden liegt inmitten des Diamond Hill mit unzähligen Hochhäusern.

Jeder Hügel und jede Pflanze werden nach speziellen Methoden angelegt. Olivia Tang sagt: «Wer vom Trubel und Gedränge der Stadt eine Auszeit sucht, findet hier eine grüne Oase.»

www.discoverhongkong.com;«Walk In Hong Kong»: olivia@walkin.hk

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