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Parfümiertes Wasser für die Buddhas

Wer Angkor möglichst authentisch erleben will, also so, wie es die Kambodschaner tun, der sollte Mitte April hinfahren. Dann nämlich steht Chaul Chnam Thmey an, das wichtigste Fest des Jahres: Drei Tage lang, heuer vom 14. bis 16. April, wird das Ende der Ernte gefeiert und der bevorstehende Monsun willkommen geheissen. Während dieser Zeit steht das öffentliche Leben fast komplett still, und nicht wenige Einheimische nutzen die Gelegenheit, Angkor Wat zu besuchen, das spirituelle und historische Herz ihres Landes. Auf Pick-ups, in Lastern und mit Motorrädern reisen sie in Scharen teils vom anderen Ende des Landes an, um mit Familie und Freunden vor den Tempeln Angkors zu beten – aber vor allem auch, um dort zu picknicken und sich zu vergnügen.

Wer das Fest traditionell begeht, putzt sich am ersten Tag heraus und zündet Räucherstäbchen vor den Schreinen an. Am zweiten Tag betet er für die Vorfahren und verteilt Almosen an Bedürftige. Am letzten Tag werden die Buddhastatuen in den Tempeln mit parfümiertem Wasser sauber gemacht, was Glück bringen soll; Kinder waschen die Hände ihrer Eltern und Grosseltern, um von ihnen im Gegenzug gesegnet zu werden. Überhaupt wird in diesen Tagen viel Wasser verspritzt – oder gleich kübelweise über Passanten gekippt. Auswärtige Besucher sind also nicht nur gern gesehene Zuschauer an Chaul Chnam Thmey, sondern auch willkommene «Opfer» für Wasserattacken.

Für April reicht es nicht mehr? Dann sollte man Oktober als Reisemonat wählen. Anfang des Monats wird Bonn Pchum Ben gefeiert, das Fest der Toten, bei dem die Kambodschaner Esswaren und Blumen in die Pagoden bringen, um ihren Ahnen Respekt zu zollen; auf Monatsende fällt das Wasserfest Bonn Oum Took, bei dem auf dem Siem-Reap-Fluss Bootsrennen unter grossem Tohuwabohu stattfinden.

Und egal, wann man vor Ort ist: Unbedingt besuchen sollte man den Phare-Zirkus, das bei Einheimischen heiss geliebte «Schaufenster» der gleichnamigen Kunst- und Akrobatikschule. Kurz nach dem Verbot der Roten Khmer Mitte der 90er-Jahre gegründet, stand – und steht – die Schule insbesondere Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen offen. Zunehmend professionalisiert, rühmt man sich in Siem Reap, einen eigenen kleinen Cirque du Soleil erschaffen zu haben. Ganz so poliert sind die Shows natürlich nicht. Aber die mit Herzblut und ausdrucksstark vorgetragene Akrobatik, oft untermalt mit einem Erzählstrang, der die Geschichte des Roten Kambodscha thematisiert, hinterlässt bei auswärtigen Besuchern nachhaltigen Eindruck.www.pharecircus.org

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