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„Fernstudierende stellen hohe Anforderungen an uns Dozierende“

Ein Studium an der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) verbindet rund 80 Prozent begleitetes Selbststudium mit Präsenzunterricht. Prof. Thomas Bogner, der an der FFHS Marketing sowie Innovation und Entrepreneurship unterrichtet, über die flexible Methode und darüber, was Fernstudierende von anderen Studierenden unterscheidet.

www.ffhs.ch

Herr Bogner, für wen ist ein Fernstudium geeignet – und für wen nicht?

Erfolgreiche Fernstudierende bringen eine hohe Eigenmotivation mit. Es ist nicht immer die intellektuelle Herausforderung, die manche scheitern lässt. Vielmehr braucht es ein gutes Durchhaltevermögen, den richtigen „Biss“, um das Studium erfolgreich zu beenden. Da die meisten das Studium neben der normalen Arbeitsbelastung absolvieren, benötigen sie zudem ein gutes Selbstmanagement. Zeitplanung und die Fähigkeit, Wichtiges von Dringendem zu unterscheiden, spielen eine besondere Rolle.

Rund 80 Prozent des FFHS-Studiums besteht aus Selbststudium. Was geschieht, wenn jemand zu Hause nicht weiterkommt?

Studierende können schnell und rund um die Uhr über Diskussionsforen Kontakt zu Mitstudierenden aufnehmen. Auch die Dozierenden sind über diese Foren und per Mail erreichbar und beantworten Fragen. Bei der Betreuung von wissenschaftlichen Arbeiten spielen auch vereinbarte Telefonkonferenzen eine entscheidende Rolle für eine enge Begleitung und einen erfolgreichen Abschluss.

Wozu wird die E-Learning-Plattform eingesetzt?

Die Lernplattform „MOODLE“ dient den Studierenden einerseits als Informationsplattform, auf der zum Beispiel Modulpläne, Fallstudien oder Aufgaben und Musterprüfungen hinterlegt sind. Zum anderen dient sie der Kommunikation der Studierenden untereinander sowie der Kommunikation mit den Dozierenden.

Ohne Präsenzunterricht wäre das Studium noch flexibler. Warum wird nicht ganz darauf verzichtet?

Die Präsenzphasen geben dem Studium eine gewisse Struktur, welche die meisten Studierenden dankend annehmen. Im Präsenzunterricht kann man sich vor Ort austauschen und die Netzwerke pflegen. Des Weiteren können Fragen direkt beantwortet werden, und es entwickelt sich eine persönliche Beziehung zwischen Studierenden und Dozierenden. Auf Grund einer professionellen Planung mit langen Vorlaufphasen sehe ich in diesem Zusammenhang auch keine Einschränkung der Flexibilität.

Welche Methoden wenden Sie in den Präsenzveranstaltungen an?

Der Unterricht verläuft sehr interaktiv, und die Studierenden nehmen eine zentrale Rolle ein. Die Methoden decken die ganze Palette ab: von Vorlesungen über Übungen, Präsentationen und Gruppenarbeiten bis hin zum Lösen von komplexen, praxisnahen Fallstudien. In einzelnen Modulen kooperieren wir mit Unternehmen und Kreativtrainern und vermitteln Kenntnisse auf spielerische Art, ohne dabei den wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Faktor ausser Acht zu lassen.

Wie wird das Selbststudium mit dem Präsenzunterricht verknüpft?

Über die Online-Plattform wissen die Studierenden genau, welche Inhalte wann besprochen werden und welche Vorarbeiten zu machen sind. Dies kann die schriftliche Vorbereitung einer Fallstudie sein oder das Lesen von Artikeln. Auch für die Nachbereitung wird die Plattform herangezogen, indem Übungen, Aufgaben und Repetitionsfragen zu den behandelten Inhalten bereitstehen.

Was mögen Sie am Unterrichten besonders?

Es ist schön mitzuerleben, dass hochmotivierte intelligente Menschen bereit sind, an sich zu arbeiten und die Rahmenbedingungen für sich selbst zu verändern. Ich empfinde es als verantwortungsvolle und wertvolle Aufgabe, ihnen die Möglichkeit zu bieten, Wissen anzunehmen und in die Praxis zu transferieren. Dass die in der Regel berufstätigen Fernstudierenden hohe Anforderungen an die Dozierenden stellen und ihnen als Feedbackgeber wertvolle Impulse geben, ist ein sehr interessanter Nebeneffekt.

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