«Schlimmste Beerdigung, die ich je hatte»

Der Italiener, der am Montag tot auf einem Parkplatz in Schwamendingen aufgefunden wurde, ist laut dem Pfarrer erschossen worden.

Die Leiche des Mannes war in seinem SUV gefunden worden. Die Todesursache war zunächst unklar. Foto: Archiv Tamedia

Die Leiche des Mannes war in seinem SUV gefunden worden. Die Todesursache war zunächst unklar. Foto: Archiv Tamedia

Stefan Hohler@tagesanzeiger
Philippe Stalder@philzvill

Am Freitagnachmittag wurde der 66-Jährige, der am Montag bei der Badi Auhof im Kreis 12 tot aufgefunden worden war, im Friedhof Schwamendingen bestattet. «Es ist die schlimmste Beerdigung, die ich je hatte», sagte der Pfarrer. Das Leid sei unerträglich. An der Abdankung nahmen über hundert Leute teil.

Bisher war unklar, wie der Mann ums Leben kam. Wie der Pfarrer im Rahmen der Beerdigung sagte, sei er erschossen worden. Am Dienstag sagte die Zürcher Staatsanwaltschaft zu den verschiedenen Mutmassungen: «Grundsätzlich werden in einem derart frühen Stadium eines Ermittlungsverfahrens im Zusammenhang mit einem Kapitalverbrechen allein schon aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben zu den Tatumständen gemacht.»

Der Mann lag am Montagmorgen in einem SUV auf dem Parkplatz beim Freibad Auhof in Schwamendingen. Die ausgerückten Rettungskräfte konnten trotz Reanimationsversuchen nur noch den Tod des Mannes feststellen. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus.

Bekannt für seine Teigwaren und Gnocchi

Der Mann wohnte mit seiner Frau unweit des Tatortes. Der ausgebildete Gastronom und Koch war in unterschiedlichen Berufen aktiv und an mehreren Firmen beteiligt gewesen. Er war in der Zürcher Gastroszene bekannt für seine selbst gemachten Teigwaren und Gnocchi, viele italienische Restaurants bezogen bei ihm ihre Pasta. Der Süditaliener tätigte zahlreiche weitere Geschäfte, allerdings weit weniger erfolgreich.

So war er von 2011 bis 2013 Geschäftsführer einer Firma, die Lebensmittel importierte. Diese wurde Ende 2013 liquidiert, nachdem sie einer Tessiner Transport- und Zollabfertigungsfirma ausstehende Rechnungen in der Höhe von rund 1500 Franken nicht bezahlen konnte. Auch die Transportfirma, welcher der Mann von 2011 bis 2016 vorstand, befindet sich seit 2017 von Amtes wegen in Auflösung. Ausserdem war der Mann an einem italienischen Restaurant beteiligt, welches 2014 ebenfalls liquidiert wurde.

Wegen Geschäftstätigkeit umgebracht?

In einer Maler- und Gipserfirma sass der Italiener von 2011 bis 2017 im Verwaltungsrat. Die Firma ist noch aktiv, ihr Geschäftsführer will auf Anfrage dieser Zeitung jedoch keine Auskunft zum Getöteten geben. Trotz der offenbar desolaten finanziellen Situation leaste der 66-Jährige einen Porsche Cayenne Turbo.

Ob der Italiener im Zusammenhang mit seiner Geschäftstätigkeit Opfer eines Tötungsdeliktes wurde, ist nicht bekannt. In den Medien kursieren verschiedene Theorien, eine davon geht von einer Racheaktion der Mafia aus. Zu einem möglichen Tatmotiv äusserte sich die Oberstaatsanwaltschaft bisher aber nicht.

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