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Happige Uefa-Sperre gegen YB-StürmerSchon wieder Dämpfer für Nsame

Die Young Boys müssen im Sechzehntelfinal der Europa League gegen Leverkusen ohne ihren besten Spieler auskommen. Für Jean-Pierre Nsame ist es die zweite grosse Enttäuschung innert wenigen Tagen.

Die Rote Karte gegen Jean-Pierre Nsame im Spiel gegen Cluj schien überzogen. Die Uefa sieht das anders.
Die Rote Karte gegen Jean-Pierre Nsame im Spiel gegen Cluj schien überzogen. Die Uefa sieht das anders.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Am Donnerstag war Jean-Pierre Nsames Welt noch in Ordnung. Bei den SFL Awards wurde er wie schon im Vorjahr zum besten Spieler der Super League gekürt. Zweimal in Folge der Krösus – das war zuvor noch keinem Spieler in der Schweiz gelungen.

So präsentierte sich die Ausgangslage, als Nsame mit YB am Sonntag in Vaduz gastierte. Erster gegen Letzter – die ideale Gelegenheit für den 27-Jährigen, seine Führung in der Torschützenliste der Super League auszubauen. Stattdessen: Tätlichkeit. Das Verdikt: Rote Karte noch vor der Pause. Zum zweiten Mal innert gut einem halben Jahr verlor Nsame während eines Ligaspiels die Nerven und wurde des Feldes verwiesen. «Wir haben die Szene mit ihm besprochen», sagt YB-Trainer Gerardo Seoane. «Wir erwarten, dass er sich in dieser Hinsicht weiterentwickelt und dass ihm so etwas nicht mehr passiert.»

Am Montag sperrte die SFL Nsame für zwei Partien. Er wird YB bei den Heimspielen gegen Lausanne (Mittwoch) und Sion (Sonntag) fehlen. Doch damit nicht genug der schlechten Nachrichten: Am Dienstag gab die Uefa das Strafmass für Nsames Rote Karte im letzten Gruppenspiel der Europa League gegen Cluj bekannt. Er wird auch hierfür für zwei Partien gesperrt und verpasst somit beide Spiele im Sechzehntelfinal gegen Leverkusen (18. und 25. Februar). Ein grosser Dämpfer für Club und Spieler.

Auch Camara fehlt gegen Leverkusen

Zumal die Sperre länger ausfällt als angenommen. Nachdem Nsame in der 93. Minute per Penalty ausgeglichen hatte, ging er just nach dem Anspiel der Rumänen rustikal in den Zweikampf. Es war ein hartes, aber kein böses Foul. Dass ihm der Schiedsrichter hierfür die Rote Karte zeigte, schien ein Kompensationsentscheid zu sein, weil er zuvor mit einem enorm strengen Penaltypfiff den Bernern überhaupt den Ausgleich und damit das Weiterkommen ermöglicht hatte.

Der Platzverweis gegen Jean-Pierre Nsame hatte auch den Live-Kommentator überrascht.
Quelle: SRF

Zudem gab die Uefa bekannt, dass Mohamed Camara für drei Spiele gesperrt wird. Der YB-Verteidiger hatte im Spiel gegen die AS Roma eine Tätlichkeit begangen und eine der drei Spielsperren gegen Cluj abgesessen. Auch er wird den Young Boys somit in beiden Matchs gegen Leverkusen fehlen.

Noch ist die Urteilsbegründung der Uefa ausstehend. Erst wenn diese eingetroffen ist, werden die Berner entscheiden, ob sie gegen die Urteile Rekurs einlegen wollen. Im Falle von Nsame scheint dieser Schritt wahrscheinlich. Auch wenn er, nachdem sich der europäische Fussballverband mit der Verhängung der Strafe fast einen Monat Zeit gelassen hat, kaum von Erfolg gekrönt sein dürfte.

5 Kommentare
    Reimann Leo

    YB hat dabei gegen Vaduz noch Glück gehabt. Es hätte ohne weiteres noch eine zweite rote Karte geben können..