IS-Raubkunst in der Schweiz

Der Basler Antiken-Händler Christoph Leon geht davon aus, dass IS-Raubkunst im Schweizer Zollfreilager zwischengelagert wird. Die Grenzzöllner seien mit dem Kontrollieren der Güter überfordert.

Herberge für IS-Raubkunst? Ein Hubstapler führt Container ins Schweizer Zollfreilager in Genf(4. September 2014)

Herberge für IS-Raubkunst? Ein Hubstapler führt Container ins Schweizer Zollfreilager in Genf(4. September 2014)

(Bild: Keystone Martial Trezzini)

Der illegale Handel des IS mit antiken Kunstschätzen habe «eine enorme Dimension» angenommen, sagt der Basler Archäologe und Antiken-Händler Christoph Leon im Interview mit der «SonntagsZeitung»: «Der IS kontrolliert diesen Handel komplett, vom Fund bis zur Ablieferung im Westen. Was auf dem Markt umgesetzt werde, gehe in die Hunderte von Millionen Franken.»

Die Raubkunst gelange über 15 bis 20 IS-Zwischenhändler zu Auktionshäusern und privaten Sammlern im Westen. «Dass die Schweiz bei diesem Handel unbeteiligt sein soll, ist nicht ganz vorstellbar», sagt Leon.

Vor allem die Zollfreilager seien «ein Riesenproblem». Er bezweifle, dass dort alles offiziell deklariert sei. «Wenn man im Zollfreilager Antiken ohne Provenienz parkt und dann irgendwann verkauft, ist das für den Zoll nicht greifbar», sagt Leon. Ein Grenzzöllner habe zudem «null Chancen», ein Souvenirstück von einem antiken Objekt zu unterscheiden.

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