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30 Jahre für 5G-Ausbau? Bericht dürfte Grenzwert-Debatte auslösen

Wie kriegt die Schweiz 5G-Highspeed aufs Handy? Experten kommen zum Schluss: Ohne Anpassung der Grenzwerte dauert es Jahrzehnte. Die Branche hat schon reagiert.

Mehr Empfänger können gleichzeitig auf das Netz zugreifen: Eine 5G-Antenne wird über Genf montiert. Foto: Leandre Duggan (Keystone)
Mehr Empfänger können gleichzeitig auf das Netz zugreifen: Eine 5G-Antenne wird über Genf montiert. Foto: Leandre Duggan (Keystone)

5G ist die Zukunft der Datenübertragung, schneller, präziser und potenter. Vom neuen Standard beim Mobilfunk profitieren in einer ersten Phase vor allem Firmen: Sie können ihre verschiedenen Geräte und Sensoren besser miteinander verbinden. So erlaubt 5G bis zu 100-mal höhere Übertragungsraten. Zudem können mehr Empfänger gleichzeitig auf das Netz zugreifen.

Wie soll 5G in der Schweiz eingeführt werden?

Das zuständige Departement erachtet die Einführung des 5G-Standards nach wie vor als unverzichtbar. Die Arbeitsgruppe konnte sich aber nicht auf ein Modell einigen. Sie präsentiert insgesamt fünf mögliche Optionen (siehe Text unten), wie die neue Mobilfunktechnologie eingeführt werden könnte. Wobei diese in drei Gruppen eingeteilt werden können. Man belässt die heutigen Grenzwerte, man erhöht diese für die Kleinanlagen und belässt die heutigen Anlagegrenzwerte, oder man erhöht die Anlagegrenzwerte.

Was bedeutet Status Quo beim Grenzwert?

Wenn die heutigen Anlagegrenzwerte belassen oder gar für Kleinanlagen verschärft werden, würde dies zu massiven Kosten führen, je nach Grenzwert zwischen 7,7 und 13 Milliarden Franken für die Nachrüstungen der Antennen. Zudem müsste eine grosse Anzahl von neuen Antennen gebaut werden, im extremsten Fall über 46’000.

Wie reagieren Swisscom, Sunrise und Salt?

Die Telekombranche nimmt in einem Communiqué Stellung. «Der Bericht skizziert zwei realistische Optionen für einen zeitgerechten Ausbau der Netze. Der Bundesrat ist gefordert», schreibt Asut, der Verband der Telekommunikation, dem alle grossen Netzbetreiber angeschlossen sind. Und weiter: «Lediglich die zwei Optionen 4 und 5, die eine Erhöhung des Anlagegrenzwertes beinhalten (oder eine gleichwertige Lösung), erlauben innerhalb von 5 bis 10 Jahren einen landesweiten Ausbau von 5G.»

Wie steht die Politik zur geforderten Erhöhung der Grenzwerte?

Bisher hat der Ständerat Grenzwerterhöhungen für Mobilfunkanlagen abgelehnt. Aber der Druck dürfte sich nach dem vorliegenden Bericht verstärken, beim Grenzwert eine Lockerung anzugehen. Insbesondere die Wirtschaft drängt auf eine schnelle, flächendeckende Einführung von 5G.

Wie kann sich die betroffene Bevölkerung zur Einführung von 5G äussern?

Eine bisher ziemlich erfolgreich angewandte Strategie der 5G-Gegner ist die Blockierung des Netzwerkausbaus durch Einsprachen. Dazu hat sich die Vereinigung Schutz vor Strahlung gebildet und Ende November gemeldet, um das Vorgehen zu koordinieren und einzelnen Einsprechern zu helfen.

Zudem sind zwei Volksinitiativen lanciert worden, welche den Bau von Mobilfunkanlagen erschweren oder die Betreiber zur Kasse beten wollen, sollte dereinst festgestellt werden, dass Handystrahlung in breitem Masse schädlich ist. Drei weitere Volksinitiativen sind in Vorbereitung. Es ist also davon auszugehen, dass das Schweizervolk das letzte Wort haben wird, wie die Zukunft des Mobilnetzes hierzulande aussehen soll.

Wie gesundheitsschädigend taxiert die Arbeitsgruppe 5G?

Die Einführung des neuen Standards hat heftigen Widerstand generiert, befürchtet werden negative Auswirkungen auf die Gesundheit bis hin zu einer Häufung von Krebserkrankungen. Es war zwar nicht Aufgabe der Arbeitsgruppe, diese Frage abschliessend zu klären. Dennoch fasst sie die Erkenntnisse der Wissenschaft zusammen. Demnach lässt sich sagen, dass das Handy direkt am Ohr weit gefährlicher ist als die Bestrahlung durch die Antennenstandorte. So ist die Belastung am stärksten in öffentlichen Verkehrsmitteln, wo viele Menschen ihr Handy im Einsatz haben. Der Vorteil der 5G-Technologie: Sie strahlt weniger stark vom Endgerät ab als ältere Technologien. Insgesamt wird die krebserregende Wirkung durch nicht ionisierende Strahlung gleich wie 2014 als begrenzt beurteilt.

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