Zum Hauptinhalt springen

Ärzte gaben Akten weiter

Schweizer Ärzte gaben widerrechtlich ganze Patientenakten an ein ­Inkassobüro weiter, weil ihre Rechnungen nicht bezahlt worden sind. Dies offenbart ein neues Datenleck.

Zahlreiche sensible Daten seien durch Schweizer Ärzte zu Inkassounternehmen gelangt.
Zahlreiche sensible Daten seien durch Schweizer Ärzte zu Inkassounternehmen gelangt.
Colourbox

Die «Süddeutsche Zeitung» hat Zugang zu Daten erhalten, die aus einem Leck beim grossen ­deutschen Inkassounternehmen Eos stammen. Betroffen sei die Schweizer Eos-Tochter – womit auch klar ist, dass fast ausschliesslich die Daten säumiger Schuldner aus der Schweiz in die Hände Dritter geraten sind.

Es gehe um «Zehntausende» sen­sibler Daten. Ein unbekannter Informant wollte offenbar, dass die Öffentlichkeit davon erfährt, und hat die Daten deshalb der Zeitung zugespielt. Woher er sie hat, bleibt offen. Unklar ist auch, ob Eos gehackt wurde oder ob ein unzufriedener Mitarbeiter die Daten gestohlen hat.

Brisant ist, dass in den Daten gemäss der Zeitung auch umfangreiche Unterlagen von Schweizer Ärzten zu finden sind. Diese haben demnach dem Inkassobüro «ganze Patientenakten» weitergegeben, wenn ein Patient seine Rechnung nicht bezahlt hat.

Die Unterlagen umfassten auch Angaben, die für das Eintreiben der offenen Schulden gar nicht notwendig sind: zum Beispiel über Vorerkrankungen der Patienten sowie deren Behandlung.

Die «Süddeutsche» hat einen Arzt, der Eos engagiert und dabei auch sensible Patientenakten weitergegeben hat, mit den Vorwürfen konfrontiert. Dieser hat von einem «Fehler» gesprochen. Normalerweise würden persön­liche Angaben abgedeckt. Laut dem Datenschützer verletzen Ärzte durch die Weitergabe von Patientendaten das Gesetz.

Eos gibt an, man kläre nun ab, wieso sensible Daten überhaupt erhoben und aufbewahrt worden seien. Schweizer Behörden und Kunden seien informiert.

fab

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch