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«Arena»-Konkurrenzsendung vor weitgehend leeren Rängen

Christoph Blochers Wunsch geht bald auf Sendung: Der SVP-nahe Sender Schweiz 5 plant ein Gegenprogramm zur «Arena» des Schweizer Fernsehens.

Ausschnitt aus der Sendung «Arena» zum Thema UNO-Beitritt.
Ausschnitt aus der Sendung «Arena» zum Thema UNO-Beitritt.
Keystone

Wenn der Privatsender Schweiz 5 politische Talks zeigt, tönt das heute mitunter so: Im Studio werden begrüsst «auf der einen Seite» SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer und – ihm gegenüber – SVP-Kollege Luzi Stamm. Schlüer darf beginnen. Er bezeichnet den 750 Milliarden schweren Rettungsschirm für die Eurozone anderthalb Minuten lang als bedenklich. Dann fragt der Moderator seinen zweiten Gast, ob er dies auch so sehe. Worauf Stamm nur wenig kürzer und unwidersprochen nachdoppelt, die Rettungsaktion sei verrückt.

Echte Duelle sind erwünscht

Künftig will dieser Sender nun ausstrahlen, was Christoph Blocher – von Schweiz 5 übertragen – am Freitag in seiner Albisgüetli-Rede gefordert hat: eine neue «Arena», die ¨ unter profilierten politischen Köpfen verschiedener Parteien» bietet, wo die Gäste «um Meinungen ringen und sich nicht in der Harmonie suhlen» und die nicht so «langweilig» daherkommt wie die «Arena» des Schweizer Fernsehens.

Die Sendung hat den Arbeitstitel «Live im Elemänt» und soll, wie Schweiz-5-Chef Peter Heeb gestern zu einem Bericht der «NZZ am Sonntag» bestätigte, irgendwann zwischen April und August Premiere feiern. Gesendet wird live aus dem Restaurant Elemänt in Langenthal, wohin Heebs Sender bald zügelt. Beginnen soll der Talk dort, wo die «Arena» aufhört, was laut Heeb bedeutet: mehr Tiefe, mehr Spannung und spontane Nachfragen durch das Publikum. Einladen will der TV-Unternehmer hochkarätige Politiker bis hin zu Bundesräten, wobei er vor allem auf Ueli Maurer hofft – «früher einmal mein Nachbar». Was die Moderatoren betrifft, hätte Heeb am liebsten «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel oder den Ex-«Arena»-Dompteur und FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger im Boot.

«Für eine Handvoll Zuschauer»

Spätestens bei diesen Namen wird indes klar, dass in Heebs Konzept vieles noch Wunschdenken ist: Sowohl Köppel wie auch Leutenegger wollen sich – da bisher nicht angefragt – nicht zum Thema äussern. Der frühere TV-Profi Leutenegger setzt allerdings einige Fragezeichen hinter Heebs Pläne. Damit eine politische Diskussionsrunde funktioniere, brauche sie eine minimale Reichweite, sagt er, «denn man kann das politische Personal nicht für eine Handvoll Zuschauer zusammentrommeln». Genau diese Reichweite geht Schweiz 5 indes ab. Der Sender kann zwar über digitale Kanäle theoretisch knapp 1,5 Millionen Zuschauer erreichen. Im analogen Kabelprogramm der Cablecom sucht man ihn aber vergebens. Sein Marktanteil liegt unter 1 Prozent.

Dementsprechend gelassen reagierten gestern hinter vorgehaltener Hand Vertreter des Schweizer Fernsehens auf die neue Konkurrenz, die nicht wirklich als solche wahrgenommen wird. Andere Beobachter gehen derweil davon aus, dass es Blocher bei seinem Appell primär darum ging, den «Arena»-Machern in Erinnerung zu rufen, dass man auch künftig gerne vorne am Pult stehe.

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