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Armee schickt 4000 Soldaten ans WEF

1,5 Millionen Franken kostet der Militäreinsatz am World Economic Forum in Davos. Bei den meisten aufgebotenen Personen handelt es sich um WK-Soldaten und nicht um professionelle Berufsmilitärs.

Der Einsatz begann für diese Soldaten schon früh: Am 6. Januar montierten sie eine Abschrankung beim Helikopterlandeplatz in der Stilli in Davos-Dorf.
Der Einsatz begann für diese Soldaten schon früh: Am 6. Januar montierten sie eine Abschrankung beim Helikopterlandeplatz in der Stilli in Davos-Dorf.
Keystone

Die Armee hat am Montag ihr Sicherheitsdispositiv für das diesjährige World Economic Forum (WEF) in Davos vorgestellt. Rund 4000 Armeeangehörige kümmern sich um die Sicherheit der Teilnehmer. Der Armeeeinsatz kostet rund 1,5 Millionen Franken.

Das 41. WEF findet vom 26. bis 30. Januar 2011 statt. Erwartet werden zahlreiche Grössen aus Politik und Wirtschaft - etwa die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel oder der französische Präsident Nicolas Sarkozy. Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat seinen Besuch angekündigt.

Mehrere Grosskonzerne schicken zudem ihre Führungskräfte an den Grossanlass. So viel Prominenz muss beschützt werden. Für deren Sicherheit ist neben den zivilen Behörden auch die Armee verantwortlich.

90 Prozent Milizsoldaten

Die rund 4000 Armeeangehörige werden am Boden und in der Luft im Einsatz sein. «Davon sind über 90 Prozent Milizangehörige», sagte Divisionär Jean-Marc Halter, Chef Führungsstab der Armee. Die meisten Soldaten leisten ihren Einsatz im Rahmen eines Wiederholungskurses.

In erster Linie sind sie für die Bewachung, Sicherung und Überwachung von Objekten verantwortlich wie etwa Energie- und Wasserversorgung, die Strecken der Rhätischen Bahn oder die Helikopterlandeplätze. Um die Sicherheit zu gewährleisten, werden auch Zaunelemente von insgesamt 18 Kilometer Länge sowie 1000 Sandsäcke verwendet.

Berufssoldaten werden nur für den Personenschutz vor Ort und bei den Zutrittskontrollen eingesetzt. «Am WEF selber sind keine Armeeangehörigem im Einsatz, die nicht eine Spezialausbildung haben», sagte Halter. Die Verantwortung für die Sicherheit in Davos und Umgebung liegt jedoch in den Händen der Bündner Polizei. Der Einsatz der Armee am Boden ist nur subsidiär.

Luftraum ist teilweise gesperrt

Hingegen obliegt die Sicherung des Luftraums alleine dem Militär. In Payerne VD sind dazu während des Grossanlasses elf FA/18 Kampfflugzeuge stationiert. Unterstützt werden sie von mehreren PC-7 Flugzeugen.

Aus Sicherheitsgründen dürfen der Luftraum über Davos und die Flugplätze in der Region vom 25. Januar 8 Uhr bis 31. Januar spätestens 18 Uhr von der Zivilluftfahrt nur eingeschränkt genutzt werden.

Flugzeuge, die unerlaubterweise in den Luftraum eindringen, werden von den Kampfflugzeugen abgefangen - was immer mal wieder vorkommt. 2009 wurden drei und 2010 zwei Fälle registriert.

Maurer entscheidet im Ernstfall

Kommt es jedoch zu einem Ernstfall, muss Verteidigungsminister Ueli Maurer über den Einsatz von Waffen entscheiden. Die Entscheidungskette dazu wurde laut Divisionär Bernhard Müller, Chef Einsatz Luftwaffe, für den Grossanlass reduziert. So gelangt der Befehl zum Abschuss innerhalb weniger Sekunden zum Piloten.

Unterstützung erhält die Schweiz vom benachbarten Ausland: Deutschland und Frankreich informieren die Schweizer Luftwaffe über ihre Lufträume, Österreich hat gar eigene Flugzeuge während des WEFs im Einsatz.

Neben der Sicherung der Luftraumes führt die Luftwaffe Überwachungsflüge und Lufttransporte zu Gunsten des Kantons Graubünden durch.

Prominente kommen per Helikopter nach Davos

Viele Prominente werden mit dem Helikopter anreisen. Die Flugsicherungsgesellschaft Skyguide, die für die militärische und zivile Flugsicherung im Schweizer Luftraum zuständig ist, betreibt deshalb während dieser Zeit einen speziellen Tower in Davos.

Laut Urs Lauener, Leiter militärische Flugsicherung von Skyguide, finden während des WEFs auf dem eigens dafür eingerichteten Helikopterflugplatz rund 400 Flugbewegungen statt. Für ihren Einsatz erhält Skyguide 80'000 Franken vom Kanton Graubünden.

SDA/miw

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