Zum Hauptinhalt springen

Armee soll nicht nur Sprengstoff vermissen

In der Rekrutenschule 14 in Aarau deuten zusätzlich zum fehlenden Sprengstoff weitere Unregelmässigkeiten auf eine gefährliche und kriminelle Tat hin.

Neben Handgranaten seien auch Sprengkapseln und Zündschnüre verschwunden: Fallschirmaufklärerrekruten üben mit Übungsgranaten HG 85 in Altmatt SZ. (Archivbild)
Neben Handgranaten seien auch Sprengkapseln und Zündschnüre verschwunden: Fallschirmaufklärerrekruten üben mit Übungsgranaten HG 85 in Altmatt SZ. (Archivbild)
Gaetan Bally, Keystone

Der Fall um den verschwundenen Sprengstoff bei der Schweizer Armee könnte viel gefährlicher sein als bisher vermutet. Laut Recherchen der «Basler Zeitung» fehlen in der Durchdiener-Rekrutenschule 14 in Aarau nicht nur mehrere Kilogramm Sprengstoff, sondern auch Sprengkapseln und Zündschnüre. Erst mit diesen wird der fehlende Sprengstoff Plastit und Trotyl gefährlich. Die Stromversorgung und die Verkehrsinfrastruktur über ganze Gebiete können damit für längere Zeit ausser Gefecht gesetzt werden. Ausserdem würden ein Dutzend oder mehr Handgranaten vermisst.

Die Militärjustiz führt derzeit umfangreiche Ermittlungen, um den festgestellten Fehlbestand bei Sprengmitteln aufzuklären. Dabei leisten die Militärpolizei sowie Experten des Kriminaltechnischen Dienstes Unterstützung, wie Tobias Kühne, Sprecher der Militärjustiz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagt.

Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, will Kühne keine Angaben machen, welche Sprengmittel vermisst werden. Zu Sprengmitteln gehören gemäss Armeeangaben Sprengstoff, Sprengschnüre, Zündkapseln und auch Handgranaten.

Es gehe insgesamt um «mehrere Kilogramm», hält Kühne fest. Es handle sich um einen grösseren Fall. Das Klären der Ursache der Fehlbestände und das Auffinden von allenfalls fehlenden Sprengmitteln stehe im Fokus der Abklärungen. «Wir klären nach wie vor ab, was die Ursachen dieser Fehlbestände sind», sagt Kühne.

Unregelmässigkeit während des Transports

Als Tatort geriet Anfang Woche die Rekrutenschule 14 in Aarau in den medialen Fokus. Doch wie die «Basler Zeitung» heute schreibt, könnten die fehlenden Handgranaten und Sprengmittel bereits auf dem Weg dorthin verschwunden sein. Durch Plombierung gesicherte Munitionskisten seien bereits auf dem Weg in die Schule geöffnet und wieder verschlossen worden. Gemäss dem Bericht kam die Ladung mit beschädigter Plombierung und mit anderem Material gefüllt an. Dies legt den Verdacht nahe, dass der Verlust nicht durch eine fehlerhafte Buchhaltung entstanden ist. Für den Transport verantwortlich ist die Logistikbasis der Armee (LBA).

Bestätigt sich der Verdacht, wird die Sachlage nochmals verschärft. Es würde nicht nur den Radius möglicher Täter vergrössern, sondern gleichzeitig bedeuten, dass mögliche Täter Zugang zum Transport der LBA gehabt haben – und es sich somit um eine Tat von Profis handelt. Ebenfalls Teil der Untersuchung sei damit die Frage, ob Mitarbeiter der LBA erpresst oder bestochen worden seien.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch