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Ausschaffungshäftling hatte schwaches Herz

Ein unerkanntes Herzleiden war mit schuld am Tod eines Nigerianers bei der Abschiebung. Eine Stunde nach dieser Mitteilung kündigte das Bundesamt für Migration an, die ausgesetzten Sonderflüge für Ausschaffungshäftlinge wieder aufzunehmen.

Es kommt etwas Licht in die Umstände des Todes von Alex Khamma. Aber nicht allzu viel. Der 29-jährige Nigerianer, der am 17. März während seiner Ausschaffung am Flughafen Kloten starb, litt an einem unerkannten Herzleiden. Dies teilte die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft gestern mit. Gemäss Obduktionsbericht des rechtsmedizinischen Instituts der Universität Zürich sei «der Tod auf ein Versagen des schwer vorgeschädigten Herzens zurückzuführen». Weil Khamma von einem Hungerstreik geschwächt war, habe die «zu Lebzeiten praktisch nicht diagnostizierbare schwerwiegende Vorerkrankung des Herzens» gereicht, um in Verbindung mit «einem akuten Erregungszustand im Rahmen der Ausschaffung» den Tod von Khamma herbeizuführen.

Obwohl weitgehend unklar ist, welcher der drei Faktoren Hungerschwäche, Zwangsanwendung und Herzfehler beim Ableben Khammas welche Rolle spielte, betitelte die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft ihre Medienmitteilung mit «Todesursache geklärt». Das kritisiert die Menschenrechtsorganisation Augenauf. «Die Informationen sind wertlos. Die genaue Diagnose wird nicht bekannt gegeben. Ebenso wenig sind die genauen Umstände der Zwangsanwendung während der Ausschaffung restlos geklärt», sagt Rolf Zopfi von Augenauf. Zopfi warf den Behörden im Gespräch mit dem TA vor, die «dürftige Erklärung» als Vorwand zu benutzen, um wieder Rückschaffungsflüge mit Chartermaschinen durchführen zu können.

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