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BDP-Wähler verwarfen die Steuerreform haushoch

SVP, BDP, CVP und GLP hatten für die Steuerreform geworben. Bei der eigenen Basis kam ihre Botschaft aber nicht an. Dies zeigt die Tamedia-Nachbefragung zur Abstimmung.

Mit ihrer Kritik an der Steuerreform trug Alt-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf wohl dazu bei, dass viele BDP-Anhänger die Vorlage ablehnten.
Mit ihrer Kritik an der Steuerreform trug Alt-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf wohl dazu bei, dass viele BDP-Anhänger die Vorlage ablehnten.
Keystone

Welch schweren Stand die Unternehmenssteuerreform (USR) III hatte, zeigt eine Nachbefragung zur Abstimmung. Einzig bei den FDP-Wählern stiess die Reform demnach auf deutliche Zustimmung (siehe Grafik). Dies zeigt jedenfalls die Tamedia-Nachbefragung. Die Wähler der anderen grossen Parteien lehnten die Vorlage mehrheitlich ab. Am ehesten konnte sich noch die SVP-Basis für die Reform erwärmen.

Nur die FDP-Wähler sagten deutlich Ja.
Nur die FDP-Wähler sagten deutlich Ja.

Doch trotz des Einsatzes ihres Finanzministers Ueli Maurer und trotz Ja-Parole gelang es der SVP nicht, eine Mehrheit ihrer Wählerschaft hinter sich zu scharen, wie die Befragung zeigt. Deren Resultate basieren auf rund 14'300 gewichteten Antworten von Umfrageteilnehmenden. Die Mediengruppe Tamedia hatte die Umfrage zwischen dem 10. und dem 12. Februar auf ihren Newsportalen durchgeführt.

Die deutlichsten Nein-Sager

Überraschend deutlich setzte sich die BDP-Basis über das «klare Ja» hinweg, welches ihre Partei an der Delegiertenversammlung beschlossen hatte. Die Umfrage ergibt, dass fast 80 Prozent der BDP-Wähler die Vorlage abgelehnt haben. Im Vorfeld hatte die berühmteste BDP-Exponentin, Alt-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, in einem Interview mit dem «Blick» zwar keine Abstimmungsempfehlung gegeben, aber deutlich Kritik an der Steuerreform geäussert.

Erwartungsgemäss und den Parolen entsprechend verwarfen Wähler der SP und der Grünen die Reform am deutlichsten.

Bestverdiener sagten Ja

Die Politologen Fabio Wasserfallen und Lucas Leemann, welche die Tamedia-Umfrage ausgewertet haben, verweisen auf eine unheilige Allianz: Umfrageteilnehmer, die sich politisch äusserst rechts positionieren, lehnten die Vorlage ebenso ab wie Teilnehmer, die sich links einordnen.

Unterschiede zeigen die Umfrageresultate bei Bildung, Einkommen und Geschlecht. Bei Universitäts- und Fachhochschulabgängern erhielt die Reform eher Zustimmung (49%) als bei Umfrageteilnehmenden mit obligatorischem Schulabschluss (39%).

Personen mit einem Haushaltseinkommen von monatlich mehr als 11'000 Franken nahmen die Vorlage mehrheitlich an (60%), bei Personen mit einem Einkommen von weniger als 3000 Franken war die Zustimmung deutlich tiefer (37%). Männer stimmten zudem eher Ja (46%) als Frauen (36%).

Bei der Abstimmung vom Wochenende verwarfen die Stimmberechtigten die USR III insgesamt mit einem Nein-Anteil von 59,1 Prozent.

bw

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