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«Bei Blocher haben mich immer die fremdenfeindlichen Töne gestört»

Der Berner FDP-Politiker Jean-Pierre Bonny führte bei der EWR-Abstimmung vor 25 Jahren das zweite Nein-Komitee neben ­jenem von Christoph Blocher. Er berichtet von Bundes­räten, die auf Englisch verhandelten, ohne Englisch zu verstehen.

«Wir müssen einsehen, dass wir ohne ­Fremde aufgeschmissen sind»: Jean-Pierre Bonny, einst einer der mächtigsten Männer in Bundesbern, lebt heute im Pflegeheim Bremgarten, das ohne Ausländer «sofort schliessen müsste», wie er sagt.

«Wir müssen einsehen, dass wir ohne ­Fremde aufgeschmissen sind»: Jean-Pierre Bonny, einst einer der mächtigsten Männer in Bundesbern, lebt heute im Pflegeheim Bremgarten, das ohne Ausländer «sofort schliessen müsste», wie er sagt.

(Bild: Manuel Zingg)

Herr Bonny, wie haben Sie die Monate vor der Abstimmung über den EWR am 6. Dezember 1992 in Erinnerung?Jean-Pierre Bonny:Es herrschte eine unheimliche Verbissenheit. Die Emotionen gingen hoch, die Nerven lagen blank. Wir Gegner waren klar in der Defensive und gleichzeitig hoch motiviert. Ich allein bin 62-mal öffentlich aufgetreten. Die Mehrheiten aus Politik, Wirtschaft und Medien wollten unbedingt dem EWR ­beitreten. Wer sich ihnen in den Weg stellte, wurde abgestraft. Ich ­habe damals meinen Sitz im Verwaltungsrat der Feintool sowie ein Mandat der Berner Immobilienfirma Carba verloren. In beiden Fällen wurde mir erklärt, man könne es sich nicht leisten, mit einem EWR-Gegner zusammenzuarbeiten.

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