Beznau 1 geht vier Monate vom Netz

Der erste Reaktor des Aargauer Atomkraftwerks wird für eine längere Revision abgeschaltet. Im Sommer folgt der zweite Reaktor.

Bereit für den Einbau: Der neue Reaktordruckbehälterdeckel in Zwischenlagerung im Kernkraftwerk Beznau in Döttingen AG. (6. März 2015)

Bereit für den Einbau: Der neue Reaktordruckbehälterdeckel in Zwischenlagerung im Kernkraftwerk Beznau in Döttingen AG. (6. März 2015)

(Bild: Keystone Walter Bieri)

Das Reaktor 1 des AKW Beznau im Kanton Aargau geht am Freitag für eine vier Monate dauernde Revision vom Netz. Beim weltweit ältesten AKW wird unter anderem der Deckel des Reaktordruckbehälters ausgewechselt. Insgesamt werden in die beiden Beznauer Reaktoren 700 Millionen Franken für eine Laufzeit «deutlich über 2020 hinaus» investiert, wie der Energiekonzern Axpo am Donnerstag mitteilte. Bei der Revision des Reaktors 1 werden zudem Brennelemente ausgewechselt.

Im August wird der Reaktor 2 abgeschaltet, dessen Reaktordruckdeckel ebenfalls ausgewechselt wird. Die Kosten für die neuen Deckel betragen 100 Millionen Franken. Die bestehenden Deckel seien «vollständig intakt». Das hatte Stephan Döhler, Leiter Division Kernenergie bei der Axpo, vergangene Woche vor den Medien gesagt. Sie würden jedoch aufgrund von Erfahrungen bei baugleichen Deckeln im Ausland ersetzt.

Die neuen Deckel sind je 52 Tonnen schwer. Der Durchmesser beträgt vier Meter und die Höhe zwei Meter. Die Deckel haben mehrere Durchlässe für Einschübe wie die Steuereinrichtungen des Reaktors. Um die Deckel der Reaktordruckbehälters austauschen zu können, muss am jeweiligen Containment (Schutzhülle) eine temporäre Transportöffnung von fünf mal fünf Meter herausgebrochen werden. Im Reaktorkern werden sich dann keine Brennelemente befinden.

Zur Nachrüstung der beiden Reaktoren auf der Aareinsel in der Gemeinde Döttingen gehören auch eine neue, autarke Notstromversorgung sowie ein neues Anlageinformationssystem.

Aufsichtsbehörde vor Ort

Die Arbeiten finden unter Aufsicht des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI) statt. Man richte dabei ein besonderes Augenmerk auf den Schutz vor Strahlung, hält das ENSI fest. Mitarbeitende würden vor Ort sein. Die Behörde teilte am Donnerstag mit, dass die Ende der 1990-er Jahre am Containment der beiden Reaktoren festgestellten Korrosionsschäden überwacht würden.

Die Wandstärke der Stahldruckschalen beider Werke erfülle auch langfristig die gesetzlichen Anforderungen und sei ausreichend für einen sicheren Betrieb. Das ENSI hatte 2004 und 2010 über die lokalen Schäden informiert. Messungen fanden 2012 statt. Weitere Messungen sind geplant. Der Reaktor Beznau 1 ist seit 1. September 1969 offiziell in Betrieb. Der weitgehend baugleiche Reaktor Beznau II nahm den kommerziellen Betrieb im Dezember 1971 auf.

thu/sda

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