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«Big Brother Awards» für Basler Staatsanwaltschaft, Securitas und CSS

Der Verein «grundrechte.ch» und die Swiss Internet User Group haben die angeblich schwerwiegendsten Datenschutzverletzungen des Jahres ausgezeichnet.

Die Basler Staatsanwaltschaft, die Securitas und die Krankenkasse CSS haben die «Big Brother Awards» für das Jahr 2008 gewonnen. Die Pokale aus Beton wurden in Bern vergeben.

Fichierung von Parlamentariern

Die Staatsanwaltschaft Basel erhielt die «Auszeichnung» in der Kategorie Staat. Eine ihr unterstellte Abteilung der Kantonspolizei hatte gemäss Angaben der Organisatoren Fichen über sechs türkischsstämmige Basler Grossräte angelegt. Diese Fichierung wurde im Juni bekannt.

Die Securitas erhielt den Award in der Kategorie Business. Sie hatte die globalisierungskritische Organisation Attac Waadt bespitzelt. Die Bespitzelung erfolgte vor und während des G8- Gipfels von Evian im Jahr 2003 und wurde erst dieses Jahr publik.

In der Kategorie Arbeitsplatz erhielt die Krankenkasse CSS den Award für ihr «Absenzenmanagement». Gewerkschafter bezeichneten dieses Angebot der CSS an andere Unternehmen als Schnüffelei. Die CSS spricht von frühzeitiger Betreuung und bedürfnisgerechter Unterstützung arbeitsunfähiger Mitarbeitender.

«Lebenswerk-Award» für Berner Polizisten

Die Organisatoren - der Verein «grundrechte.ch» und die Swiss Internet User Group - verliehen auch einen Preis «für besonders hartnäckige Verletzungen der Grundrechte».

Dieser «Lebenswerk-Award» ging an einen Angestellten der Berner Kantonspolizei. Er soll für die Festnahme von zwei Journalisten bei der Anti-WEF-Kundgebung von Januar 2008 in Bern verantwortlich sein.

Neunte Preisverleihung in der Schweiz

Die «Big Brother Awards» wurden erstmals 1998 in Grossbritannien von der Organisation «Privacy International» verliehen. Seither haben gemäss Angaben der Schweizer Organisatoren weltweit 60 «Ehrungen» in 19 Ländern stattgefunden. In der Schweiz sind die Preise zum neunten Mal verteilt worden.

Für die Schweizer Preise gingen dieses Jahr 80 Nominierungen aus der Bevölkerung ein. Eine siebenköpfige Jury kürte die Gewinner. Diese erhalten nicht nur den Betonpokal, falls sie ihn in Empfang nehmen, sondern auch einen Eintrag in der «Hall of Shame» im Internet.

SDA/vin

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