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Blocher im Duell mit Jean-Claude Juncker

Christoph Blocher hat den hohen EU-Politiker Jean-Claude Juncker in die Nähe der Nazis gerückt. Die beiden treffen in Zürich in einem Streitgespräch aufeinander.

Treffen heute Abend an einer Podiumsdiskussion in Zürich aufeinander: Christoph Blocher und Jean-Claude Juncker.
Treffen heute Abend an einer Podiumsdiskussion in Zürich aufeinander: Christoph Blocher und Jean-Claude Juncker.
Keystone

So viel Publizität ist sich das Zürcher Schauspielhaus vor einer Polit-Veranstaltung wohl nicht gewohnt. Das Streitgespräch, das heute Abend zwischen Christoph Blocher und dem luxemburgischen Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker stattfindet, ist spätestens, seit Blocher den EU-Politiker in die Nähe der Nazis gerückt hat, emotional aufgeladen.

Die anhaltende Mediendebatte hat sich dabei positiv auf die Kasse des Schauspielhauses ausgewirkt: Die Veranstaltung sei seit mehreren Tagen ausverkauft, sagt Mediensprecherin Kathrin Gartmann auf Anfrage von Redaktion Tamedia. Der Pfauen, in dem das Streitgespräch stattfindet, bietet Platz für 744 Zuhörer.

Die Schweiz als «geostrategisches Unding»

Christoph Blocher hatte Juncker vor zehn Tagen in seiner Sendung Teleblocher angegriffen: Luxemburgs Premier rede wie Adolf Hitler vor 70 Jahren, sagte der alt SVP-Bundesrat. Anlass für diesen Vergleich war ein Interview, das Juncker im Dezember in der deutschen Wochenzeitung «Zeit» gegeben hatte. Juncker sagte damals: «Es bleibt ein geostrategisches Unding, dass wir diesen weissen Fleck auf der europäischen Landkarte haben.» Solche Sätze, konterte Blocher, erinnerten ihn an Aussagen von Hitler: «Die Schweiz, das freche Stachelschwein – und solches Zeugs.»

Juncker wollte im Interview eigentlich begründen, weshalb die Schweiz seiner Meinung nach in die EU gehört. Wer glaube, in der Abschottung des nationalen Raumes vom europäischen Raum liege das Heil kleiner Nationen, der irre sich fundamental. Ausserdem würde die Schweiz mit ihrem Beitritt der EU «eine substanzielle Dosis an gesundem Menschenverstand einimpfen».

Juncker zeigt sich unbeeindruckt

Von Blochers Verbalattacke liess sich Juncker nicht provozieren. «Alles, was übertrieben ist, ist unbedeutend», sagte der 56-Jährige dem luxemburgischen «Tageblatt». Er blies wegen der Beleidigung auch nicht das anstehende Streitgespräch ab. Und somit hat er Gelegenheit, heute Abend im Rededuell Blochers Äusserungen doch noch zu kontern.

Blocher wiederum sieht keinen Grund, sich für seine Bemerkung zu entschuldigen. Er sage nicht, dass Juncker Hitler sei, stellte er in einem Interview im «Blick» klar. Aber in Bezug auf die Ideologie fühle er sich an die nationalsozialistische Herrschaft und die Zeit des Zweiten Weltkriegs erinnert. «Ich verstehe seine Aussagen als Drohung.»

Lesen Sie morgen den Bericht des Duells von Kulturredaktor Philippe Zweifel hier auf Redaktion Tamedia.

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