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Bündner SVP setzt auf Personenwahl

Die Partei vergibt die Sitze im Nationalrat nach Majorzsytem. Das könnte Magdalena Martullo-Blocher helfen.

Taktieren für die Nationalratswahlen: Der ehemalige Skirennfahrer Paul Accola, Nationalrat Heinz Brand, und Kandidatin Magdalena Martullo-Blocher (von links nach rechts). (22. April 2015)
Taktieren für die Nationalratswahlen: Der ehemalige Skirennfahrer Paul Accola, Nationalrat Heinz Brand, und Kandidatin Magdalena Martullo-Blocher (von links nach rechts). (22. April 2015)
Gian Ehrenzeller, Keystone

Die SVP des Kantons Graubünden wählt für die eidgenössischen Wahlen vom Oktober 2015 einen eigenen Weg. Innerhalb des bei Nationalratswahlen üblichen Proporzwahlsystems wendet die Partei zur Bestimmung der Gewählten das Majorzsystem an. Dies berichtet die «NZZ am Sonntag». Demnach sind die Listenstimmen nicht ausschlaggebend für die Wahl, sondern einzig die persönlichen Stimmen. Der Sitz der Bündner SVP, oder allenfalls die zwei Sitze, falls die Partei einen zweiten gewinnt, werden also strikt nach Majorzsystem vergeben.

Dieses Vorgehen könnte die Wahlchancen von Magdalena Martullo-Blocher erhöhen, die in Graubünden für den Nationalrat kandidiert. Sie führt eine Liste der Bündner SVP an, die andere Liste wird von Nationalrat und Kantonalparteipräsident Heinz Brand angeführt. Sollte nun auf der Brand-Liste auch der zweite Kandidat nach Proporzwahlrecht gewählt werden, Martullo-Blocher aber mehr persönliche Stimmen erhalten, hätte sie den Vortritt. Anders gesagt: Ein Gewählter müsste unter Umständen zugunsten einer Nicht-Gewählten verzichten.

Kritik hinter vorgehaltener Hand

Andere Parteien kritisieren die Pläne gegenüber der «NZZ am Sonntag» hinter vorgehaltener Hand, zumal die SVP bei den Grossratswahlen für ein Proporzsystem kämpfe, dieses aber bei den Nationalratswahlen missachte. Bei der SVP heisst es, man wolle allen Kandidierenden einen fairen Wettbewerb ermöglichen. Die Abmachung sei zudem nicht neu, schon 2011 hätten die Kandidaten eine solche Regelung unterschrieben. Neben den beiden Top-Listen hat die Bündner SVP noch zwei weiteren Listen, mit denen sie in den Wahlkampf geht: eine der jungen SVP und eine internationale Liste, auf der auch der frühere Skirennfahrer Paul Accola kandidiert.

TA

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