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Case Management: Zweifelhaftes Zaubermittel

Wer krank wird oder einen Unfall hat, dem schickt die Versicherung neuerdings fast sicher einen Case Manager vorbei – damit man nicht zum teuren Pflege- oder IV-Fall wird. De facto, sagt die kritische Berner Gesundheitsfachfrau Edith Weber-Halter, etabliere Case Management aber eine teure Zweiklassengesellschaft.

Aussortiert vom Case Management. Schwierige Fälle, die nur geringe Einsparungen versprechen, werden meist bis zur IV weitergeschoben.
Aussortiert vom Case Management. Schwierige Fälle, die nur geringe Einsparungen versprechen, werden meist bis zur IV weitergeschoben.
Keystone

Case Management! Der Begriff – salopp übersetzt: Einzelfall-Betreuung – hat im Sozial-, Gesundheits- und Versicherungswesen Hochkonjunktur. Als Zaubermittel gegen Kostenexplosion.

Zum Beispiel bei Stadt und Kanton Bern. Sie richten per 1. November eine Fachstelle Case Management Sucht ein. Zwei Case Manager versuchen, die Situation ihrer Klienten, die oft bei mehreren medizinischen und sozialen Institutionen ein und aus gehen, zu stabilisieren – damit die Abhängigkeit der Süchtigen von staatlicher Hilfe nicht noch stärker wird. Ziel des Case Managements ist es, die «Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit» der Suchthilfe zu erhöhen.

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