Umstrittener Churer Bischof bietet Papst Rücktritt an

Vitus Huonder will nach zehn Jahren sein Amt abgeben. Die Gründe für seinen Entscheid.

Papst Franziskus begrüsst Bischof Huonder im Vatikan. (17. Dezember 2016)

Papst Franziskus begrüsst Bischof Huonder im Vatikan. (17. Dezember 2016) Bild: Keystone

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Der konservative Churer Bischof Vitus Huonder hat dem Papst den Rücktritt angeboten. Dieser Schritt wurde erwartet, da der Diözesanbischof heute seinen 75. Geburtstag feiert. Gemäss kirchlichem Recht sei ein Diözesanbischof, der das 75. Lebensjahr vollendet habe, gebeten, seinen Amtsverzicht dem Papst anzubieten, teilte das Bistum Chur am Freitag mit. Der Papst werde über das Demissionsangebot nach Abwägung aller Umstände entscheiden.

Solange das katholische Oberhaupt in Rom nicht über den angebotenen Rücktritt entschieden hat, will sich das Bistum Chur nicht äussern «oder Spekulationen kommentieren», wie die Churer Diözese weiter mitteilte.

Zehn Jahre auf dem Bischofsstuhl

Vitus Huonder ist seit knapp zehn Jahren Churer Diözesanbischof. Er wurde im Juli 2007 vom Churer Domkapitel aus einem Dreiervorschlag Roms gewählt und im September des gleichen Jahres im Kloster Einsiedeln zum Bischof geweiht.

Huonder hatte unter dem früheren Churer Bischof Wolfgang Haas, dem heutigen Erzbischof von Vaduz, Karriere am bischöflichen Hof in Chur gemacht. In seiner zehnjährigen Amtszeit als Bischof war es Huonder nicht gelungen, die Katholikinnen und Katholiken im Bistum auf eine Linie zu bringen.

Im Gegenteil: Mit seinen Ansichten vor allem über Familie und Sexualität holte er sich zwar Applaus von konservativen Glaubensbrüdern und -schwestern. Auf der anderen Seite erntete er scharfe Kritik von aufgeschlossenen Katholiken. (woz/sda)

Erstellt: 21.04.2017, 08:08 Uhr

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