Die Ju-52 bleiben zwei Jahre am Boden

Die Ju-Air in Dübendorf fliegt bis Frühling 2021 nicht mehr. Bis dahin sollen viele Teile ihrer in die Kritik geratenen Oldtimer-Flugzeuge komplett ersetzt werden.

Jedes einzelne Teil wird untersucht: Blick ins Cockpit einer Ju-52.

Jedes einzelne Teil wird untersucht: Blick ins Cockpit einer Ju-52.

(Bild: Keystone Walter Bieri)

Die drei historischen Flugzeuge der Dübendorfer Ju-Air sollen derart umfassend überholt werden, dass sie danach «technisch so gut wie neuwertig sind». Dies teilte die Fluggesellschaft heute Donnerstag mit. Deshalb würden in den kommenden zwei Jahren sämtliche Systeme und Einzelteile unter die Lupe genommen – auch an der dritten Maschine, die aus einem Museum in Mönchengladbach kommt, als Ersatz für die im August 2018 abgestürzte Ju-52.

Laut Geschäftführer Kurt Waldmeier geht es darum, «allfällige Zweifel an der Sicherheit der Ju-52 auszuräumen». Diese kamen im Nachgang zum Absturz bei Flims auf. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt verfügte im November ein sofortiges Flugverbot für die zwei bisher in Dübendorf stationierten Maschinen, nachdem schwerwiegende strukturelle Schäden am abgestürzten Flugzeug entdeckt worden waren.

Teile werden extra angefertigt

Die Ju-Air will nun zahlreiche tragende Teile an ihren Flugzeugen vorsorglich durch neue Teile ersetzen, etwa an Flügeln, Rumpf oder Leitwerken. Da solche Teile nicht mehr erhältlich sind, müssen sie «in aufwändiger Einzelfertigung» neu hergestellt werden. Bezahlbar sei dies nur dank der Unterstützung vieler Flugzeugfans und wegen finanzieller Rückstellungen aus den letzten Jahrzehnten.

Die Totalrevision eines einzelnen Flugzeuges voraussichtlich mehr als 20 Monate dauern. Abheben kann die Ju-Air daher erst wieder im Frühling 2021 – wenn alles nach Plan läuft. Zunächst ging die Fluggesellschaft davon aus, dass zumindest eine der beiden bisher in Dübendorf stationierten Maschinen schon im Sommer wieder in Betrieb gehen kann. Inzwischen habe sich aber gezeigt, dass der zusätzliche Aufwand für eine provisorische Wiederinbetriebnahme zu gross geworden wäre.

hub

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