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Die kalten Betten von Franz Weber

Ein Appartement in Paris, ein Ferienhaus in Südfrankreich und eine Wohnung in Montreux: Der Zweitwohnungsgegner Franz Weber predigt Wasser und trinkt Wein.

Die Familie besitzt mehrere Wohnungen in der Schweiz und in Frankreich: Franz Weber mit seiner Frau Judith (links) und seiner Tochter Vera. (19. März 2014)
Die Familie besitzt mehrere Wohnungen in der Schweiz und in Frankreich: Franz Weber mit seiner Frau Judith (links) und seiner Tochter Vera. (19. März 2014)
Valentin Frauraud, Keystone

Ausgerechnet der Urheber der Zweitwohnungsinitiative, der Landschaftsschützer Franz Weber, besitzt eine Reihe von Zweitwohnungen, die grösstenteils leer stehen. Das berichtet die Zeitung «Schweiz am Sonntag». Vor zwei Jahren kämpfte Franz Weber mit seiner Frau Judith und seiner Tochter Vera erfolgreich für seine Volksinitiative «Schluss mit uferlosem Bau von Zweiwohnungen». Diese seien unsinnig, argumentierte er damals, weil sie meist leer stünden.

Ob das bei ihm anders aussieht? Gemäss dem Bericht benutzen die Webers ihre Vierzimmerwohnung im Personalhaus des Grandhotel Giessbach im Berner Oberland nur wenige Male pro Jahr. In seiner Zweizimmerwohnung an bester Lage beim Pariser Montmartre-Quartier halte sich Franz Weber «fast jeden Monat einmal» auf.

Weber braucht Wohnungen zum Arbeiten

Ebenfalls im Besitz der Familie Weber ist ein Ferienhaus in Südfrankreich. Es wird «ab und zu» von der Familie oder von Freunden genutzt. In der Nähe ihres Hauptwohnsitzes in Montreux verfügen die Webers ausserdem über eine weitere Wohnung, die in diesem Jahr erst tageweise bewohnt war, im vergangenen Jahr «fast immer».

Auf diesen Widerspruch angesprochen, sagt Judith Weber gegenüber der «Schweiz am Sonntag»: «Wir haben nichts dagegen, dass jemand ein zweites Haus hat.» Ihr Kampf richte sich nicht gegen kalte Betten, sondern gegen die «masslose Überbauung der Schweiz» mit immer neuen Zweitwohnungen, die dann doch leerstünden. Sie weist ausserdem darauf hin, dass sie und ihr Mann nicht neue Häuser nutzten, sondern stets bestehende Gebäude. Franz Weber sagt, er brauche diese Wohnungen zum Arbeiten und für seinen Kampf gegen die Umweltzerstörung.

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