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Eckwerte der zweiten Gotthard-Röhre

Der Bundesrat hat am Mittwoch die Grobplanung für den Bau des zweiten Gotthard-Strassentunnels festgelegt. Baubeginn istfrühestens 2020, mit der Eröffnung ist nicht vor Ende 2027zu rechnen.

Das Nordportal des Gotthard-Strassentunnels mit der voraussichtlichen Einfahrt der zweiten Röhre links. (31. August 2017)
Das Nordportal des Gotthard-Strassentunnels mit der voraussichtlichen Einfahrt der zweiten Röhre links. (31. August 2017)
Urs Flüeler, Keystone

Nach den Plänen des Bundesamts für Strassen Astra soll die zweite Röhre im Abstand von 70 Metern parallel zum bestehenden Tunnel verlaufen. Der Vortrieb wird von Norden und Süden her gleichzeitig mit zwei Tunnelbohrmaschinen in Angriff genommen, wie es in den Astra-Unterlagen heisst. Dabei entsteht eine runde Röhre von 12,7 Metern Durchmesser. Alle 250 Meter soll ein Querschlag von beiden Tunneln in einen Sicherheitsstollen führen.

In der Decke des neuen Tunnels wird je ein Kanal für Zu- und Abluft eingebaut. Unter der Fahrbahn ist ein Werkleitungsstollen geplant. Hier werden Leitungen für Energie, Kommunikation und Löschwasser eingebaut.

Geologische Lage ist bekannt

Die beim Bau der ersten Röhre erstellten Portalbauwerke in Göschenen und Airolo werden für die zweite Tunnelröhre übernommen. Betrieb und Unterhalt werden über die bestehenden Werkhöfe abgewickelt. Übernommen werden auch die vier bestehenden Lüftungsschächte, die über die ganze Länge des bestehenden Tunnels angeordnet sind. So kann bei einem Brand auch Rauch abgesaugt werden.

Mit Überraschungen im Gestein ist laut Astra nicht zu rechnen. Vom Bau der ersten Strassenröhre seien die geologischen Verhältnisse im Gebirge bekannt. Zwei Störzonen können nicht mit den Tunnelbohrmaschinen durchstossen werden. Diese werden vorsorglich gesprengt.

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Nach den Plänen des Astra fallen beim Bau der zweiten Gotthardröhre rund 6,3 Millionen Tonnen Ausbruchmaterial an. 1 Million Tonnen wird als Baumaterial wiederverwendet. Rund 2,8 Millionen Tonnen sind für die Verbesserung und Renaturierung der Flachwasserzone im Urnersee eingeplant. Das Projekt ist bereist bewilligt.

Die übrigen 2,5 Millionen Tonnen werden im Raum Airolo gebraucht, etwa zur Geländemodellierung und für die Überdeckung der Autobahn auf rund einem Kilometer Länge. Schätzungsweise 100 000 Tonnen leicht belastetes Material soll in Deponien gelagert werden.

Beim Transport des Ausbruchmaterials werden keine Lastwagen eingesetzt. In Portalnähe werden dafür Förderbänder verwendet. Material, das aufbereitet werden soll, wird per Bahn über die SBB-Bergstrecke zur Materialaufbereitungsanlage nach Stalvedro im Tessin transportiert. Geplant sind fünf bis zehn Züge pro Tag. In Airolo werden rund 25 Hektaren für Baustelleninstallationen beansprucht, in Göschenen rund 15 Hektaren.

Kosten von 2,8 Milliarden

Nach Angaben des Astra liegen die Kosten wie geplant bei knapp 2 Milliarden Franken. Mit der Sanierung der bestehenden Röhre kommen sie auf 2,8 Milliarden Franken zu stehen.

Beim nun erfolgten Planungsschritt handelt es sich um das generelle Projekt. Es ist die erste wichtige Etappe nach der Volksabstimmung vom Februar 2016. Das Projekt enthält die Grobplanung und die wichtigsten Eckwerte der neuen Röhre. Bei der Erarbeitung wurden die Kantone Uri und Tessin sowie die betroffenen Gemeinden beidseits des Gotthards einbezogen. Für die Umweltverbände fanden Informationstreffen statt.

Einsprachen werden erst im Plangenehmigungsverfahren behandelt, welches das Ausführungsprojekt beinhaltet. Ein solches soll im Frühling 2018 vorliegen. Wann der Startschuss für die Bauarbeiten fällt, hängt von der Dauer der Planung und allfälliger Beschwerdeverfahren ab.

Im besten Fall können die Bauarbeiten 2020 aufgenommen werden. Dann könne der Rohbau bis 2025 fertiggestellt werden. Die Eröffnung der zweiten Röhre ist frühestens für Ende 2027 geplant. 2028 bis 2030 würde die bestehende Röhre saniert. Ab 2030 könnte der Verkehr dann durch beide Tunnel geführt werden. Der Wegfall des Gegenverkehrs bedeutet laut dem Bundesrat einen erheblichen Sicherheitsgewinn.

Wachsame Umweltverbände

Die Kapazität soll durch die zusätzliche Tunnelröhre nicht erhöht werden. Die Umweltverbände bleiben trotzdem auf der Hut. Der Präsident der Alpeninitiative, Jon Pult, etwa sagt: «Wir werden das Projekt genau überprüfen, sobald es öffentlich vorliegt. Die zweite Röhre darf nicht zu einer Kapazitätserweiterung auf der Strasse führen.» Das habe der Bundesrat immer wieder versprochen.

SDA/chh

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