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«Ein Winkelried der Moderne»

Der Rücktritt von Philipp Hildebrand wirft hohe Wellen in den Kommentarspalten von Redaktion Tamedia. Einige sehen ihn als Helden, andere zweifeln an seiner Glaubwürdigkeit.

Gibt den Rücktritt bekannt: Philipp Hildebrand während der Medienkonferenz. (9.Januar 2012)
Gibt den Rücktritt bekannt: Philipp Hildebrand während der Medienkonferenz. (9.Januar 2012)
Keystone

Nach dem Rücktritt von SNB-Präsident Philipp Hildebrand gehen die Meinungen auf Redaktion Tamedia auseinander. Viele Leser fühlen mit dem abtretenden obersten Schweizer Banker mit. «Einfach unglaublich!», schreibt Christian Emmenegger. «Da wird ein fähiger Mann, der gute Arbeit geleistet hat, durch eine verleumderische Hetzkampagne aus dem Amt gejagt.»

Auch Tobias Berger kann das vorläufige Ende der «Affäre Hildebrand» nicht verstehen: Er fragt sich, wie weit die Pressefreiheit in der Schweiz gehen darf, und stellt fest: «Ein Mann wird systematisch demontiert, denunziert, vorverurteilt und beschimpft - bis zum bitteren Ende.»

«Die guten Leute werden weggemobbt»

Für Mimmo Zürcher nimmt der Rücktritt Hildebrands gar heldenhafte Züge an. «Es war der Versuch, seine Ehe, den Bankrat, den Bundesrat und die Nationalbank vor weiteren Unannehmlichkeiten zu schützen», findet Zürcher und nennt den Banker einen «Winkelried der Moderne».

Viele Kommentatoren vermuten hinter der Affäre einen klaren Fall von Mobbing. «In der Schweiz werden die guten Leute weggemobbt. Unser Land wird sich so selbst demontieren», schreibt Hans Herbst. Auch Pips Lippuner spricht von Schikane, und fordert den involvierten SVP-Nationalrat Christoph Blocher auf, in den SVP-Reihen einen fähigen Nachfolger für Hildebrands Amt zu suchen: «Ich denke, er wird keinen finden.»

Wissen wir wirklich schon alles über diesen Mann?

Andere sehen die Schuld voll und ganz bei Hildebrand selbst. So meint Manfred Stierli: «Um Hildebrand muss man sich keine Sorgen machen. Mit diesem Schritt wird er zum Märtyrer und wird eine hohe Abfindung kassieren.» Auch Ernst Bütler ist mit dem Ausgang der Geschichte zufrieden. Philipp Hildebrand hätte sich über die Folgen seines Tuns im Klaren sein müssen, deshalb sei der Rücktritt folgerichtig, so Bütler.

Patrick Tanner fragt sich, ob die Öffentlichkeit wirklich über alle Details informiert wurde: «Kommt der Rücktritt einem Schuldeingeständnis gleich? Wissen wir wirklich schon alles über diesen Mann?»

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