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FBI-Bericht soll brisante Hinweise auf Swissair-Anschlag liefern

An dem Bombenanschlag auf ein Swissair-Flugzeug vor 46 Jahren waren laut amerikanischer Bundespolizei auch zwei Westdeutsche beteiligt.

Zwei Westdeutsche sollen beim Attentat mitbeteiligt gewesen sein: Ein Mann betrachtet den Wegweiser zum Denkmal bei der Absturzstelle in der Nähe von Würenlingen. (Archiv)
Zwei Westdeutsche sollen beim Attentat mitbeteiligt gewesen sein: Ein Mann betrachtet den Wegweiser zum Denkmal bei der Absturzstelle in der Nähe von Würenlingen. (Archiv)
Keystone
Ein Bild der Verwüstung zeigt sich nach dem Absturz der Coronado im Waldstück in der Nähe von Würenlingen.
Ein Bild der Verwüstung zeigt sich nach dem Absturz der Coronado im Waldstück in der Nähe von Würenlingen.
Keystone
ausser einer grossen Schneise im Wald: Die Spuren eines Bombenanschlags, bei dem 47 Menschen ums Leben kamen.
ausser einer grossen Schneise im Wald: Die Spuren eines Bombenanschlags, bei dem 47 Menschen ums Leben kamen.
Keystone
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Ein Bericht aus den Archiven der amerikanischen Bundespolizei FBI wirft neue Fragen zum Swissair-Attentat von 1970 auf. Demnach sollen zwei Westdeutsche am Anschlag beteiligt gewesen sein, berichtet die «NZZ» heute.

Am 21. Februar 1970 explodierte an Bord der Swissair-Coronado Nidwalden unmittelbar nach dem Start eine Bombe. Kurze Zeit später stürzte die im Frachtraum beschädigte Maschine, die sich auf dem Flug von Zürich nach Tel Aviv befand, in einen Wald bei Würenlingen (AG). Alle 38 Passagiere und die 9 Besatzungsmitglieder wurden getötet.

Hilfe beim Bau der Bombe

Die Ermittlungen hatten ergeben, dass Sufian Kaddoumi der Täter war. Der Palästinenser hatte im Auftrag der Splittergruppe Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP-GC) ein Paket mit der präparierten Bombe tags zuvor in München auf der Post aufgegeben. Gemäss dem FBI-Bericht gehörten der Gruppe auch zwei unbekannte Westdeutsche an – im Bericht steht «Two Unidentified West Germans». Laut Erkenntnissen der amerikanischen Bundespolizei sollen die beiden Männer den palästinensischen Terroristen bei der Präparierung der Bombe geholfen haben.

Das FBI stützte sich auf zwei als zuverlässig eingestufte Quellen. Gemäss dem Bericht geht die Idee, den Sprengstoff mit einem Höhenmeter zu koppeln, der auf 3000 Metern Flughöhe die Bombe zündet, auf einen der beiden Westdeutschen zurück. Beim Einbau der Bombe in ein Radio und bei dessen Verpackung sollen beide Männer mitgeholfen haben.

Paketaufgabe in Zürich

Brisant an dem Bericht ist, dass das Paket mit der Bombe in Zürich aufgeben worden sein soll. Die Ermittler sind jedoch stets davon ausgegangen, Kaddoumi habe das Paket in München aufgegeben.

Sollte die Angabe der einen FBI-Quelle zutreffen, hätte also nicht ein Palästinenser in München das Paket mit der Bombe aufgegeben, sondern ein Deutscher in Zürich – der Fall «Würenlingen» müsste gemäss «NZZ» neu geschrieben werden.

Die Ermittlungen damals ergaben allerdings, dass das Paket mit der Bombe unmöglich in Zürich aufgegeben worden sein konnte. Die Frage, wieso die Paketbombe nicht schon auf dem Transferflug München – Zürich, sondern erst auf dem Flug nach Tel Aviv explodiert war, wurde dank eines technischen Gutachtens beantwortet.

Kein Zweifel am FBI-Bericht

Das mutmassliche Insiderwissen des FBI ist offensichtlich nicht bis zu den Ermittlern im In- und Ausland vorgedrungen. «Hätte ich von diesen Informationen gewusst, wären die beiden unbekannten Personen in unserem Schlussbericht auf jeden Fall erwähnt worden», sagt der damalige Untersuchungsrichter Robert Akeret der «NZZ».

Zweifel an der Tatbeteiligung der beiden Westdeutschen liesse der FBI-Bericht keine zu. Unklar sei lediglich, in welchem Auftrag oder in wessen Absicht die beiden Unbekannten gehandelt haben.

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