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Flüchtlingscamps sind keine Fernseh-Bühne

BZ-Redaktor Christoph Aebischer zur geplanten «Arena» des Schweizer Fernsehens aus Como.

Einen Erfolg kann Jonas Projer,Moderator der SRF-Politsendung «Arena», schon einmal verbuchen: Die Diskussionssendung ist nach der Sommerpause zurück im Gespräch. Übers Wochenende sorgte die Ankündigung für Wirbel, dass die erste Sendung nach den Sommerferien erstmals in der 23-jährigen Geschichte der «Arena» im Ausland stattfinden solle – ausgerechnet im Flüchtlingscamp im italienischen Como. Am Ende wird es wohl bei einer Ankündigung bleiben, weil die Behörden dies- und jenseits der Grenze abgewinkt haben. Womöglich wird die «Arena» diesen Freitag dann konventionell aus dem Studio in Zürich übertragen.

Das wäre auch besser so. Das serbelnde Politflaggschiff des Schweizer Fern­sehens wird mit einem Ausflug an die «Front» garantiert nicht relevanter. Vielmehr ramponiert das fragwürdige Unterfangen dessen Ruf: Den Schlagabtausch der geladenen Gäste mit Flüchtlingen im Scheinwerferlicht aufzupeppen, ist platt und hat wenig mit Service public zu tun. Selbst wenn die Betroffenen pro forma mitreden sollen, für «SRF bi de Lüt» gibt es passendere Themen und vor allem geeignetere Formate.

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