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Genf will Ebola-Kranke aufnehmen

Das Universitätsspital Genf soll Ebola-Patienten behandeln, die für humanitäre Organisationen mit Sitz in der Rhonestadt arbeiten. Das Spital habe «grosse Erfahrung» auf dem Gebiet.

Möglicherweise werden hier bald Ebola-Patienten gepflegt: Eines der Gebäude des Universitätsspitals Genf. (17. Oktober 2014)
Möglicherweise werden hier bald Ebola-Patienten gepflegt: Eines der Gebäude des Universitätsspitals Genf. (17. Oktober 2014)
Martial Trezzini, Keystone

Angestellte von Nichtregierungsorganisationen (NGO) mit Sitz in Genf könnten im Falle einer Ebola-Infektion in der Schweiz behandelt werden. Möglich machen würde das eine Partnerschaft zwischen dem Genfer Universitätsspital und dem Bund.

«Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat in Zusammenarbeit mit dem Genfer Universitätsspital (HUG) ein Vorgehen in die Wege geleitet, um Patienten aufzunehmen, die für humanitäre Organisationen mit Sitz in Genf arbeiten», sagte Olivier Hagon in einem Interview mit der Zeitung «Le Matin». Hagon ist Leiter der Fachgruppe Medizin des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH).

Das HUG habe auf dem Gebiet «grosse Erfahrung»: «Wir arbeiten seit vielen Jahren im Bereich der viralen Krankheiten und haben unsere Verfahren seit der jüngsten Reise nach Westafrika optimiert», sagte er. Darüber hinaus sei er optimistisch, was die baldige Entwicklung einer Ebola-Impfung angehe. «Wir beobachten oft, dass die Reaktion besonders schnell erfolgt, wenn das Gefühl der Gefahr nahe ist.» Das Risiko einer Epidemie in den entwickelten Ländern erachte er indes als «nahe bei Null».

Lokale Alkoholproduktion zur Desinfektion

Nach einer ersten Reise wird Hagon wohl nach Liberia zurückkehren. «Wir werden Ausrüstung liefern, Pflegepersonal ausbilden und die lokale Produktion von Alkohol zur Desinfektion der Hände einführen», sagte er.

Am Mittwoch hatte der Bundesrat angekündigt, eine Hilfsmission in den Ebola-Gebieten in Westafrika zu prüfen. Die Schweiz kam damit einem Ersuchen der UNO nach. Die Mission soll rund 90 freiwillig rekrutierte Armeeangehörige und Zivilpersonen umfassen. Geprüft wird auch, ob Helikopter und Material mitgeschickt werden. Bevor der Bundesrat endgültig entscheidet und den Räten die Botschaft zustellt, wird eine Erkundungsmission in den Seuchengebieten Abklärungen vornehmen. Die Mission kann frühestens kommende Woche starten.

Mann von Ebola-Patientin für Schweizer Firma tätig

Vor wenigen Tagen hatte sich mit der spanischen Krankenpflegerin Teresa Romero Ramos erstmals eine Person in Europa mit Ebola angesteckt. Wie der «Blick» berichtet, wird nun bekannt, dass ihr Mann für ein Schweizer Unternehmen arbeitet. Ein Firmensprecher bestätigte die Information, wonach der Ehemann von Romero ein Angestellter des Schweizer Maschinenbauers Bühler aus Uzwil SG ist.

Javier Limon ist demnach Fach­arbeiter bei der Bühler-Nieder­lassung in Madrid. Seit vorletztem Montag ist er in Quarantäne. Seine Frau hatte mit ihm und 30 weiteren Personen Kontakt, als sie bereits krank war. Bislang brach die Krankheit gemäss dem Bericht bei Javier Limon aber nicht aus.

SDA/thu

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