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Hartmann blitzt mit Klage ab

Das Kreisgericht Bern-Laupen hat gestern die Klage des ehemaligen CEO Reto Hartmann gegen die Valora komplett abgewiesen.

Auf über 2 Millionen Franken hatte Reto Hartmann seine ehemalige Arbeitgeberin, die Valora, verklagt. Er empfindet seine fristlose Entlassung im Juni 2003 als ungerechtfertigt. Den Vorwurf, er habe damals als CEO hinter dem Rücken des Verwaltungsrats über einen Verkauf der Valora an eine brasilianische Investorengruppe verhandelt, weist er weit von sich.

Nun ist Hartmann mit seiner Klage gegen den Konsumgüterkonzern aber auf der ganzen Linie gescheitert. Weder erhält er entgangenen Lohn bis zum ordentlichen Kündigungstermin noch eine Gewinnbeteiligung, Abgangsentschädigung oder Genugtuung. Stattdessen hat ihn der Richter Andrea Corti gestern dazu verknurrt, 320000 Franken zu zahlen. 140000 davon sind Gerichtskosten. Grund für diese stattliche Summe ist das aufwändige Verfahren, das sich nun fast sechseinhalb Jahre hingezogen hat. Unter anderem mussten Zeugen im Ausland befragt und ein Gutachter gefunden werden, der sowohl dem Kläger Hartmann als auch der Beklagten Valora behagte.

Kündigung war rechtens

Als Parteikostenersatz und als Gerichtskostenvorschuss soll Hartmann der Valora insgesamt 180000 Franken zahlen. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der ehemalige CEO Weisungen des Valora-Verwaltungsrats ignoriert, nicht öffentliche Daten an die brasilianische Investorengruppe weitergegeben und bei den geheimen Verhandlungen in erster Linie seine eigenen finanziellen Interessen verfolgt hat. Deshalb sei die fristlose Entlassung gerechtfertigt gewesen, und Hartmann könne als Folge davon auch keine Geldforderungen geltend machen, erklärte Corti.

Valora muss korrigieren

Hartmann zeigte sich nach der Urteilseröffnung «überrascht» und «enttäuscht». Seine Anwältin Béatrice Pfister weiss noch nicht, ob sie das Urteil anficht. Klar ist aber, dass Hartmann von seiner Unschuld überzeugt ist: «Die Valora hat damals einfach einen Vorwand gebraucht, um mich loszuwerden», betonte er gestern erneut.

Immerhin: In einem klitzekleinen Punkt hat er Recht erhalten. Eine falsche Datumsangabe in seinem Arbeitszeugnis muss die Valora auf Geheiss des Gerichts korrigieren.

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