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Hoher Besuch aus Bern kommt in Freiburger Turnhalle schlecht an

Vom Bund waren die Asyl-Manager gekommen, um über ein Zentrum mit 300 Plätzen zu informieren. In der 1500-Seelen-Gemeinde Giffers nahmen die Einwohner dann aber kein Blatt vor den Mund.

Mit Treicheln liefen die Einwohner von Giffers FR an der Informationsveranstaltung auf. (25. Februar 2015)
Mit Treicheln liefen die Einwohner von Giffers FR an der Informationsveranstaltung auf. (25. Februar 2015)
Jean-Christophe Bott, Keystone
Von 1500 Einwohnern wollten sich fast 1000 über das geplante neue Bundesasylzentrum informieren. In diesem sollen rund 300 Asylsuchende untergebracht werden. (25. Februar 2015)
Von 1500 Einwohnern wollten sich fast 1000 über das geplante neue Bundesasylzentrum informieren. In diesem sollen rund 300 Asylsuchende untergebracht werden. (25. Februar 2015)
Jean-Christophe Bott, Keystone
Giffers ist erst der Anfang: Bis im Sommer will der Bund die Standorte für rund 15 neue Asylzentren bekannt geben. (25. Februar 2015)
Giffers ist erst der Anfang: Bis im Sommer will der Bund die Standorte für rund 15 neue Asylzentren bekannt geben. (25. Februar 2015)
Jean-Christophe Bott, Keystone
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Pfiffe erklangen gestern in der Turnhalle der 1500-Seelen-Gemeinde Giffers FR, als der Bund über das geplante neue Asylzentrum infomierte. Fast tausend Personen nahmen am Informationsanlass des Kantons teil. Die Stimmung war gereizt. «Niemand hat uns informiert, das ist eine Sauerei», sagte ein Einwohner später gegenüber der Sendung «10vor10».

Auch Gemeindeammann Othmar Neuhaus (CVP) gab seinen Ärger über das Asyl-Projekt vor den Versammelten zum Ausdruck. Bei den rund 300 vorgesehenen Asylsuchenden auf die 1500 Einwohner könne man schon fast von einem «Asylanten-Tsunami» sprechen. Seine Gemeinde sei durch den Bund nicht früh genug in die Planung involviert worden.

Die Bundesbehörden versuchten die Wogen etwas zu glätten: Diese Art von Projekt wecke am Anfang immer Widerstand, sagte Barbara Büschi, stellvertretende Direktorin des Staatssekretariats für Migration (SEM). Doch meist lege sich die Aufregung schnell wieder, wenn die Unterkunft erst einmal in Betrieb sei.

«Alle Anforderungen erfüllt»

Die Wahl auf den Ort – das Freiburger Institut Guglera in Giffers – sei nicht willkürlich gefallen, sagte Regierungsrätin Anne-Claude Demierre. Es sei vielmehr der einzige Standort gewesen, der alle Anforderungen des Bundes erfüllt habe. Vor allem die Kapazität und die schnelle Verfügbarkeit hätten den Ausschlag gegeben. Die Gemeindebehörden sind jedoch nicht vorgängig konsultiert worden. Sie haben am 9. Februar von Bund und Kanton vom Vorhaben erfahren.

Ab 2017 sollen in Giffers im oberen Sensebezirk in einem Institutsgebäude bis zu 300 Asylsuchende aufgenommen werden. Vorgesehen ist, dass die französische Schweiz etwa 1300 der insgesamt rund 5000 erwarteten Asylsuchenden aufnimmt. Das Institut Guglera ist ein Seminarzentrum, das unter anderem Integrations- und Förderprogramme für Jugendliche und junge Erwachsene anbietet. Das SEM erwirbt das Gebäude gemäss eigenen Angaben im Einvernehmen mit dem Kanton Freiburg.

Giffers ist der erste Standort für eines der rund 15 neuen Bundesasylzentren im Rahmen der Neustrukturierung im Asylwesen. Im Gespräch für weitere Zentren sind Lyss BE, Kreuzlingen TG, Altstätten SG, Basel, Liestal BL und Zürich. Bis im Sommer will der Bund die Standorte für die weiteren Asylzentren kommunizieren. Giffers dürfte also nur der Vorgeschmack auf eine schwierige Diskussion sein, die den Bund erwartet.

SDA/spu/thu

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