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«Ich bin von den Taliban äusserst freundlich aufgenommen worden»

Ein Schweizer Konvertit unterhält laut einem Medienbericht Kontakte zu den Taliban. Die Entführung der beiden Berner findet er in Ordnung. Der Nachrichtendienst beobachtet ihn wegen solcher radikalen Äusserungen schon lange.

Ist bereit, im Jihad zu sterben: Jassin, hier auf einem Ferienfoto vor der Moschee in Peshawar. (Bild: «SonntagsZeitung»)
Ist bereit, im Jihad zu sterben: Jassin, hier auf einem Ferienfoto vor der Moschee in Peshawar. (Bild: «SonntagsZeitung»)

Er mache dort Ferien, «wo der strikteste Islam gelebt wird». Dies erzählt der Schweizer Konvertit Jassin in der heutigen Ausgabe der «SonntagsZeitung». Der 35-Jährige zeigte dabei der Redaktion stolz seine Ferienfotos aus Pakistan: Jassin mit Bart und Sonnenbrille vor einer Moschee in Peshawar, Jassin in einem gelben Taxi auf dem Weg in die Taliban-Hochburg Dara Adam Kehl.

Der Mann wird gemäss der Zeitung schon einige Zeit vom Nachrichtendienst des Bundes (NDB) überwacht. Er fiel den Behörden unter anderem deshalb auf, weil er «unter ungeklärten Umständen nach Pakistan verreiste». Offenbar besteht die Befürchtung, dass der Mann aus dem Kanton Freiburg, der als Jurist in einem KMU arbeitet, in Pakistan ein Terroristen-Ausbildungslager besuchte.

Kontakte zu al-Qaida

Jassin, wie er sich selber nennt, erzählt der «SonntagsZeitung», er sei bereit, im Jihad zu sterben. In Pakistan traf er offenbar eine Propagandistin der al-Qaida: Malika el-Aroud, die bis 2005 in Düdingen im Kanton Freiburg wohnte und heute in Belgien im Gefängnis sitzt. Was er genau von ihr wollte, wird aus dem Gespräch nicht klar. Stattdessen schwärmt der Schweizer von der Gastfreundschaft der radikalen Islamisten: «Ich bin von den Taliban äusserst freundlich aufgenommen worden.»

Seine Sympathien mit den Taliban gehen so weit, dass er die Entführung der beiden Berner in Pakistan begrüsst: «Ich halte die Entführungen für legitim, denn die Brüder wollen damit Lösegeld erpressen, um ihre Aktivitäten zu finanzieren.»

Angeblich wurde Jassin bei seiner Reise durch Pakistan von den dortigen Sicherheitskräften verhaftet und gefoltert. Seinen Schweizer Pass hielten die Soldaten zunächst für eine Fälschung. Erst als das Schweizer Aussendepartement bestätigt habe, dass sein Pass echt sei, habe man ihn wieder freigelassen, sagt der 35-Jährige. Für die Schweiz sei er keine Gefahr, versichert der Konvertit: «Hier ergeben Anschläge keinen Sinn, denn Muslime würden in der Folge noch mehr unterdrückt. Es gibt wichtigere Orte für den Jihad: Afghanistan, Somalia, Südthailand.»

Zentralrat sammelt Geld für Moscheen

Der Nachrichtendienst beobachtet Jassin dennoch mit Argusaugen. Auch deshalb, weil er mit Qaasim Illi, dem Sprecher des Islamischen Zentralrats der Schweiz (IZRS), befreundet ist. Die beiden waren gemäss der «SonntagsZeitung» ab 2002 in der Pro-PLO aktiv, die mit antisemitischen Äusserungen auffiel. «Das Vorleben von Illi und Jassin hat uns in Bezug auf den IZRS stutzig gemacht», sagt NDB-Vizedirektor Jürg Bühler.

Der Zentralrat sammelt indessen Geld für den Bau von Moscheen, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Zu diesem Zweck will der IZRS eine islamische Wohltätigkeitsstiftung, genannt «waqf», gründen. Das Kapital sollen Muslime in der Schweiz bereitstellen.

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