Zum Hauptinhalt springen

«Im Zweifelsfall bleibt jemand im Vollzug»

Die forensische Psychiaterin Anneliese Ermer hat 30 Jahre Erfahrung mit der Einschätzung von Straftätern. Im Interview erklärt sie, wie das Rückfallrisiko sinken kann, wann es ihr schon mulmig wurde und weshalb die Anstalten überfüllt sind.

Gutachterin Anneliese Ermer: «Man muss zwischen Tat und Täter unterscheiden. Wenn man das kann, dann ist es leichter, die Abgründe zu ertragen.»
Gutachterin Anneliese Ermer: «Man muss zwischen Tat und Täter unterscheiden. Wenn man das kann, dann ist es leichter, die Abgründe zu ertragen.»
Stefan Anderegg
Anstalten Thorberg: Die Warteliste für Therapieplätze ist lang.
Anstalten Thorberg: Die Warteliste für Therapieplätze ist lang.
Urs Baumann
Am 12. September 2013 wurde in Genf die 34-jährige Sozialtherapeutin Adeline M. auf einem Freigang mit einem verurteilten Vergewaltiger von diesem getötet.
Am 12. September 2013 wurde in Genf die 34-jährige Sozialtherapeutin Adeline M. auf einem Freigang mit einem verurteilten Vergewaltiger von diesem getötet.
Keystone
1 / 3

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie vom Mord an der Genfer Therapeutin Adeline M. hörten? Anneliese Ermer: Schon wieder so ein Fall, was war da los, lag bei diesem Mann eine Fehlbeurteilung vor? Ich fragte mich auch, was das nun für alle anderen Täter im Straf- und Massnahmenvollzug bedeutet. Gibt es jetzt wieder mehr Restriktionen? Müssen sie das jetzt ausbaden? Ich ärgerte mich auch, weil meist nur reagiert wird, anstatt sich vorher zu überlegen, wie man mit solchen Straftätern umgeht.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.