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In mittelgrossen Städten nehmen Sozialfälle zu

Wer in finanziell prekären Verhältnissen lebt, kann sich die Miete in grossen Städten nicht leisten. In Agglomerationsgemeinden steigt das Sozialhilferisiko.

Nach wie vor ist die Sozialhilfequote in Städten am höchsten: Eine Frau am Schalter im Sozialzentrum Albisriederhaus in Zürich. (31. März 2016)
Nach wie vor ist die Sozialhilfequote in Städten am höchsten: Eine Frau am Schalter im Sozialzentrum Albisriederhaus in Zürich. (31. März 2016)
Christian Beutler, Keystone
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In den grossen Schweizer Städten bleibt die Zahl der Sozialhilfefälle relativ stabil – einen Anstieg der Sozialhilfequote gibt es hingegen in den mittelgrossen Städten. Mit ein Grund dafür ist das Wohnungsangebot.

Denn in den grossen Städten wird kaum mehr günstiger Wohnraum geschaffen, wie es im am Dienstag publizierten Bericht «Kennzahlenvergleich zur Sozialhilfe in Schweizer Städten» heisst. Für Arme sei es deshalb schwierig, in Zürich, Basel oder Lausanne eine Wohnung zu finden. Folglich weichen sie auf Agglomerationsgemeinden mit viel günstigem Wohnraum oder mittelgrosse Städte wie Winterthur, Chur, Schaffhausen, Luzern aus. In diesen Städten ist das Sozialhilferisiko höher.

Nur acht Prozent ziehen um

Doch auch dort werde der günstige Wohnraum zunehmend knapper, warnen die Autoren von der Berner Fachhochschule und der Städteinitiative Sozialpolitik. Sie rechnen damit, dass «Personen in prekärer finanzieller Situation in Zukunft auch weiter weg von grossstädtischen Zentren wohnen werden.»

Allerdings ziehen im Schnitt nur acht Prozent der Personen, die bereits Sozialhilfe beziehen, um. Die überwiegende Mehrheit der Bezüger wohnte schon vorher in der Stadt, in der sie Sozialhilfe bezieht.

Biel, Lausanne und Basel an der Spitze

Nach wie vor ist die Sozialhilfequote in den Städten überall höher als in ländlichen Gebieten. Die höchste Quote der 14 untersuchten Städte weist Biel mit 11,6 Prozent auf, gefolgt von Lausanne mit 8,8 Prozent und Basel mit 6,3 Prozent.

Immer mehr Personen sind länger auf Sozialhilfe angewiesen. Die durchschnittliche Bezugsdauer liegt bei über dreieinhalb Jahren (42 Monate). Gefährdet sind besonders über 45-Jährige und Personen, die keine Berufsausbildung haben. So führte in den ehemaligen Industriestandorten Winterthur, Schaffhausen und Biel der Wegfall von Arbeitsstellen für niedrig Qualifizierte zu einem Anstieg der Sozialhilfe.

SDA/ij

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