Kasachstan-Affäre: Strafverfahren gegen Miesch und Borer eingestellt

Die Bundesanwaltschaft hat die Strafverfahren gegen den früheren SVP-Nationalrat und den Ex-Botschafter eingestellt.

Stand unter dem Verdacht des Bestechens und der Vorteilsgewährung: Der Lobbyist und ehemalige Botschafter Thomas Borer. Foto: Alessandro Della Valle/Keystone

Stand unter dem Verdacht des Bestechens und der Vorteilsgewährung: Der Lobbyist und ehemalige Botschafter Thomas Borer. Foto: Alessandro Della Valle/Keystone

Die Bundesanwaltschaft hat die Strafverfahren gegen Christian Miesch und Thomas Borer eingestellt. Das teilte die Strategieberatungsfirma Dr. Borer Consulting mit. Sie bestätigte damit eine entsprechende Meldung der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Dienstag. Die Einstellungsverfügung datiert demnach vom 19. Juli.

Nach der Aufhebung der Immunität gegen den einstigen SVP-Nationalrat Miesch hatte die Bundesanwaltschaft im April 2018 gegen ihn und den Ex-Botschafter Borer ein Strafverfahren in der Kasachstan-Affäre eröffnet. Dabei ging es um den Vorwurf der Vorteilsannahme und des Sich-bestechen-Lassens.

Geld für GA?

Miesch war verdächtigt worden, Geld für die Einreichung einer Interpellation angenommen zu haben. Vor der Immunitätskommission des Nationalrats hatte Miesch jedoch geltend gemacht, er habe die Interpellation aus eigenem Antrieb eingereicht.

Miesch wurde vorgeworfen, im Zusammenhang mit der Kasachstan-Affäre dem Lobbyisten Thomas Borer 2015 als Sekretär der Gruppe Schweiz-Kasachstan 4635 Franken für ein Senioren-Generalabonnement 1. Klasse in Rechnung gestellt zu haben. Als Nationalrat verfügte Miesch damals aber bereits über ein GA. Die Bundesanwaltschaft verdächtigte Miesch, das Geld für die Einreichung einer Interpellation kassiert zu haben.

Der ehemalige SVP-Nationalrat Christian Miesch nach seiner Vereidigung im Herbst 2014. Foto: Peter Schneider/Keystone

Laut früheren Angaben Borers wurde der Betrag an Miesch aber irrtümlich aufgrund eines Fehlers in der Buchhaltung bezahlt. Miesch habe das Geld zurückerstattet. Eine Gegenleistung für das Einreichen eines parlamentarischen Vorstosses sei nie gewährt oder in Aussicht gestellt worden.

Gegen Borer war wegen des Verdachts des Bestechens und der Vorteilsgewährung ein Strafverfahren eingeleitet worden. Borer zeigte sich am Dienstag erfreut über die Einstellungsverfügung. «Ich bin froh, dass Gerechtigkeit über Fake News gesiegt hat», liess er sich in einer Mitteilung zitieren.


Die erstaunliche Botschaft des obersten Schweizer Lobbyisten Die Kasachstan-Affäre um einen bezahlten politischen Vorstoss versetzte die Schweiz in Aufregung. Was der Lobbyismus-Skandal ausgelöst hat.


sda

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