Zum Hauptinhalt springen

Klimawahl im Thurgau – Grüne legen sechs Sitze zu

Die SVP baut im Thurgau ihre Vormachtstellung aus. Die BDP fliegt aus dem Parlament. Die «Zauberformel» in der Regierung bleibt unverändert.

Das Thurgauer Regierungsgebäude am Sonntag in Frauenfeld. (15. März 2020) Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone
Das Thurgauer Regierungsgebäude am Sonntag in Frauenfeld. (15. März 2020) Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

Im Thurgau Regierungsrat ersetzt Urs Martin (SVP) seinen Parteikollegen Jakob Stark. Am nächsten kam ihm Ueli Fisch von der GLP. Im Grossen Rat gab es Sitzgewinne für die Grünen und die GLP, aber auch für die SVP. Zu den Verlieren gehören CVP, FDP und vor allem die SP.

Je mehr Thurgauer Gemeinden am Sonntagnachmittag ausgezählt waren, desto näher kam Ueli Fisch dem fünften Thurgauer Regierungssitz. Schliesslich lag dann aber doch Urs Martin mit 994 Stimmen vorne. Beide hatten das absolute Mehr übertroffen, Fisch schied als Überzähliger aus – wie schon vor vier Jahren.

Keine Spannung gab es bei der Wiederwahl der bisherigen Regierungsmitglieder. Sie waren alle ungefährdet: Am meisten Stimmen erhielt Carmen Haag von der CVP mit 42'069 Stimmen, gefolgt von Monika Knill (SVP) mit 39'067 Stimmen, Cornelia Komposch (SP) mit 37'776 Stimmen und Walter Schönholzer (FDP) mit 34'016 Stimmen.

Keine gute Taktik

Als neues Regierungsmitglied stösst nun Urs Martin (SVP) dazu. Der 41-jährige Kantonsrat vereinigte 26'421 Stimmen auf sich. Er ersetzt ab dem 1. Juni seinen Parteikollegen Finanzdirektor Jakob Stark (SVP), der in den Ständerat gewählt wurde. Es sei kein Spaziergang gewesen, stellte Urs Martin nach der Wahl fest.

Er konnte am Sonntag auch von der Uneinigkeit der Konkurrenz profitieren. Das sei keine gute Taktik gewesen, räumte Ueli Fisch gegenüber dem Regionaljournal Ostschweiz ein. Als es nämlich um die Suche nach Konkurrenten für die SVP-Kandidatur ging, hatte er zuerst erklärt, dass er nicht antreten werde. Danach nominierten die Grünen Karin Bétrisey, um den Stimmbürgern eine Auswahl zu ermöglichen. Kurz vor Ablauf der Anmeldefrist beschloss Fisch, doch noch anzutreten. Schliesslich blieben beide Herausforderer erfolglos: Fisch schaffte 25'557 Stimmen, Bétrisey 16'289 Stimmen.

Damit bleibt es für mindestens weitere vier Jahre bei der Thurgauer Regierungs-Zauberformel: Sie setzt sich aus 2 SVP und je einem Mitglied von CVP, FDP und SP zusammen.

SVP-Gewinne gegen den Trend

Bei den Parlamentswahlen kam es zu Sitzgewinnen für die Grünen, wie sie nach den nationalen Wahlen im Herbst erwartet worden waren. Anders aber als im Oktober und auch anders als bei den Kantonsratswahlen im Kanton St. Gallen vor einer Woche legte im Thurgau auch die SVP zu.

Zum Inhalt

Die Grünen gewannen im Vergleich zu 2016 sechs Sitze dazu und haben mit ihren neu 15 Mandaten die SP überholt, die gleich drei Sitze einbüsste. Bei der SVP gibt es ein Plus von zwei Sitzen, EVP und GLP gewannen je einem Sitz. Neben der SP gehören auch BDP, CVP und FDP zu den Verlierern. Sowohl CVP als FDP haben neu zwei Sitze weniger, die BDP flog ganz aus dem Parlament. Keine Veränderung gab es von allen Parteien nur für die EDU.

Der Thurgauer Grosse Rat setzt sich weiterhin klar bürgerlich zusammen. Die weitaus stärkste Partei im 130-köpfigen Rat ist die SVP mit 46 Sitzen ( 2).

Es folgen CVP (-2) und FDP (-2) mit je 18 Mandaten. Danach kommen die Grünen mit 15 Sitzen ( 6) und die SP mit 14 Sitzen (-3). Die grösste der kleineren Parteien ist die GLP mit 8 Mandaten ( 1). Auf den nächsten Plätzen liegen die EVP mit 6 ( 1) und die EDU mit 5 Sitzen. Nicht mehr vertreten ist die BDP, die 2016 noch drei Sitze geholt hatte.

SDA/red

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch