Kosovaren und Türken werden bei der Wohnungssuche diskriminiert

In der Schweiz haben Ausländer eine deutlich geringere Chance, zu einer Wohnungsbesichtigung eingeladen zu werden – wegen ihres Namens. Dies zeigt eine Studie des Bundes.

Wer den «falschen» Namen hat, findet schwerer eine Wohnung: Türschild eines Zürcher Hochhauses. (Archivbild) Keystone/Christian Beutler

Wer den «falschen» Namen hat, findet schwerer eine Wohnung: Türschild eines Zürcher Hochhauses. (Archivbild) Keystone/Christian Beutler

Die Untersuchung im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO) kommt zum Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Wohnung besichtigen zu dürfen, steigt oder sinkt, abhängig davon, mit welchem Namen ein Bewerbungstext gezeichnet ist, wie der «SonntagsBlick» berichtet.

Eine Forschungsgruppe der Universitäten Genf, Neuenburg und Lausanne hatte zwischen März und Oktober 2018 über 11'000 Anfragen für Wohnungsbesichtigungen verschickt. Sie meldeten sich auf reale Wohnungsanzeigen in der ganzen Schweiz und zeichneten die einen Bewerbungen mit typisch einheimischen Namen, die anderen mit Namen, die auf eine Herkunft aus Deutschland, Frankreich, Italien, dem Kosovo und der Türkei schliessen lassen.

«Personen mit einem kosovarischen oder türkischen Namen haben eine deutlich geringere Chance, zu einer Wohnungsbesichtigung eingeladen zu werden», schreiben die Autoren. Besonders gross ist das Handicap für Menschen mit dem «falschen» Namen, wenn sie sich für eine sehr günstige Wohnung eines privaten Vermieters interessieren: Bei solchen Objekten ist ihre positive Antwortrate fast zehn Prozentpunkte tiefer als für Personen mit Schweizer Namen.

scl/sda

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