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Leuthard appelliert an der Olma an die Bauern

Die Bauern müssen sich dem Markt stellen, sagte Bundespräsidentin Doris Leuthard während ihrer Eröffnungsrede an der Olma. Nur auf den Staat zu hoffen bringe nichts.

Versucht sich im Melken: Bundespräsidentin Doris Leuthard.

Bundespräsidentin Doris Leuthard hält die Wiedereinführung der Milchkontingentierung für keine gute Lösung: Das sagte die Noch-Landwirtschaftsministerin bei der Eröffnung der 68. Olma in St. Gallen.

Ein Zurück in die Vergangenheit könne kein Rezept sein, sagte Doris Leuthard. Der Nationalrat stimmte in der Herbstsession einem Vorstoss zu, der die Wiedereinführung der Milchkontingentierung fordert. Sie soll nicht allein durch den Staat, sondern durch die Schweizer Milchproduzenten mit staatlicher Unterstützung erfolgen.

Eine Monopolstellung einer einzigen Organisation bringe keine Lösung, sagte die Vorsteherin des eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements. Die Lösung bringe nur die Nähe zum Markt, zu Verarbeitern und zu den Konsumenten. Leuthard hofft auf die Branche.

Freihandelsabkommen mit EU

Eine Herausforderung für den Bundesrat seien die schwebenden Verhandlungen mit der Welthandelsorganisation (WTO). Als Antwort darauf habe der Bundesrat Vorbereitungen für ein Freihandelsabkommen mit der EU. Der Bundesrat ist gemäss Leuthard der Ansicht, dass dies eine bessere Variante für die Bauern sei.

Leuthard, gerade zurück aus Jordanien, sagte, dort müssten sich die Leute jeden Morgen Gedanken machen, ob sie Wasser haben, um anzupflanzen. Das habe ihr bewusst gemacht, wie reich und schön die Schweiz sei. Dennoch müsse die Schweiz sich weiter entwickeln.

In der Agrarpolitik habe der Bundesrat vier Ziele festgelegt: Sichere Nahrungsmittelversorung; effiziente Ressourcennutzung; Attraktivität des ländlichen Raums stärken; Innovation in der Landwirtschaft fördern. Eine Reform des Direktzahlungssystems werde helfen, diese vier Ziele zu erreichen.

Beide Basel und Jura sind Gastkantone

Die Olma dauert bis zum 17. Oktober. Die Messen erwarten rund 380'000 Besucherinnen und Besucher. Auf einer Fläche von 27'000 Quadratmetern präsentieren sich 654 Aussteller aus der Schweiz und dem Ausland. Die Messe wird umrahmt von 20 Sonderschauen und Tiervorführungen.

Gastkantone sind in diesem Jahr Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Jura. Sie präsentieren sich unter dem Motto «Der Nordwesten. Die offene Schweiz». Am traditionellen Olma-Umzug der Gastkantone durch die St. Galler Innenstadt beteiligen sich am kommenden Samstag ungefähr 1300 Nordwestschweizer in rund 45 Formationen.

SDA/miw

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