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«Ich bin Opfer der Europapolitik geworden»

Die Abwahl des CVP-Fraktionschefs im Tessin zeigt, dass traditionelle Wählerbindungen erodieren. Zudem funktionierte die strategische Wahlallianz von CVP und FDP nicht.

<span class="inline_image_capture"><i>Lombardi sieht sich als Opfer der Grenzgänger-Debatte. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)</i></span>

Lombardi sieht sich als Opfer der Grenzgänger-Debatte. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Fabian Fellmann@fabian_fellmann
Markus Brotschi

Die Nachricht kam zur Unzeit für Filippo Lombardi. «Grenzgänger-Rekord im Tessin» titelten die Medien vor zwei Wochen, kurz vor dem zweiten Wahlgang für die Ständeratswahlen vom Sonntag. 67'900 Grenzgänger waren es im dritten Quartal, 8 Prozent mehr als im Vorjahr, mehr als je zuvor. Sie besetzen drei Viertel der neu geschaffenen Stellen im Kanton. Der 63-jährige CVP-Politiker ist überzeugt, dass ihn das Grenzgänger-Thema nach 20 Jahren als Ständerat die Wiederwahl gekostet hat. «Ich bin Opfer der Europapolitik geworden», sagt Lombardi am Tag nachdem er wegen 45 Stimmen Unterschied der SP-Kandidatin Marina Carobbio den Vortritt lassen musste. «Links und rechts haben mit der Europafrage Wahlkampf und mit dem Lohnschutz gegen das Rahmenabkommen und den bilateralen Weg Stimmung gemacht.»

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