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Neue SBB-Automaten spucken Noten aus

Die 1000 ältesten Touchscreen-Billettautomaten der SBB sind bald Geschichte: Seit heute ist im Bahnhof Bern der erste neue Ticketapparat im Testbetrieb.

Grösserer Bildschirm und Retourgeld in Noten: Das ist der neue Billetautomat der SBB.

Im Bahnhof Bern begannen Monteure am Montag mit der Installation der neuen Billettautomaten. Im Dezember folgt Thun. Im nächsten Jahr wollen die SBB die neuen Geräte mit Touchscreen dann breitflächig einsetzen. Bis 2015 sollen 1000 neue Automaten des Modells E-POS (Electronic Point of Sale) installiert sein. Pro Stück kosten sie 40'000 Franken. Neben dem grösseren 15-Zoll-Bildschirm soll das neue Modell vor allem einen verbesserten Schutz gegen Betrügereien bieten.

Erstmals geben die Geräte als Wechselgeld nicht nur Münzen zurück. Bis zu maximal 100 Franken werden sie auch 10er-, 20er- und 50er-Noten ausgeben. Damit wird ein Ärgernis der Geräte der ersten Generation aus dem Jahr 1997 eliminiert, die nicht mehr als 20 Franken Wechselgeld in Münzen ausspucken. «Das dürfte auch manchen Touristen zugutekommen», erklärt SBB-Sprecher Reto Schärli gegenüber Redaktion Tamedia. Diese hatten nach dem Geldwechsel nach der Ankunft oft nur grosse Noten und konnten kein Billett lösen. Die neuen Automaten akzeptieren auch 200er-Noten.

Einfachere Bezahlung und Bedienung

Weitere Neuerungen sollen die Bezahlung zusätzlich erleichtern. Die neuen Automaten sind für kontaktloses Zahlen mit Kreditkarte ausgerüstet (RFID-Leser). So kann man neu Beträge bis 40 Franken ohne PIN-Code-Eingabe von der Kreditkarte abbuchen. Mit PIN-Eingabe funktioniert die kontaktlose Bezahlung für Billette bis 100 Franken. Mastercard bietet das System unter dem Namen Paypass an, bei Visa heisst es Paywave. Wenn die Wahl des Billetts abgeschlossen ist, zeigen Leuchtpfeile an den Automaten den Kunden, wo sie Münzen, Noten oder Kreditkarte einfügen können.

Der Bildschirm der neuen Geräte ist mit 15 Zoll grösser als die bisherigen. Ausserdem wird Behinderten der Zugang erleichtert: Die Eingabe erfolgt auf einer Höhe von 70 bis 120 Zentimetern.

Reisevarianten priorisiert

Auch wenn die Software dieselbe bleibt, konnten die SBB zwei Punkte, die bei einigen Kunden für Verwirrung sorgten, entschärfen. «Neu werden beim Billettkauf höchstens vier Varianten für den Reiseweg angezeigt», sagt Reto Schärli. Noch wichtiger: Die Routen sind priorisiert, die üblichste erscheint zuerst. Gibt es noch mehr mögliche Wege, kann man den Button «alle Varianten» anwählen.

Künftig heisst die Option für das Halbtax auch «Halbtax, Kinder» und nicht mehr «ermässigter Tarif». Ausserdem wurde die Hilfsoption verbessert. Neu kann man die Hilfe für jeden Bedienungsschritt separat aufrufen. Bislang gibt es eine allgemeine Hilfe, bei der man zuerst heraussuchen muss, was für einen relevant ist.

Mehr Schutz vor Skimming

«Auch die Sicherheit war den SBB ein grosses Anliegen», sagt Sprecher Schärli. In letzter Zeit häuften sich Berichte über Skimming-Attacken auf Billettautomaten, bei denen Betrügerbanden über installierte Minikameras oder Lesegeräte Codes und weitere Informationen zu EC- und Kreditkarten ablasen.

Das soll künftig deutlich schwieriger sein. «Das Kartenlesegerät ist aus einem Guss und in den Automaten eingelassen», erklärt Schärli. Eine Minikamera fällt so schneller auf. Ausserdem ziehen die neuen Automaten die Karten nicht mehr ganz ins Gerät. Man steckt sie nur noch bis zu einer gewissen Tiefe ein. Ein von Betrügern am Schlitz installiertes Lesegerät fiele eher auf, weil eine eingeführte Karte dann weniger aus dem Automaten ragen würde.

Noch immer Hauptvertriebskanal

Der Billettautomat ist nach eigenen Angaben nach wie vor der absatzstärkste Vertriebskanal der SBB: 55 Millionen Billette lösen die Kunden jedes Jahr an den Ticketmaschinen. Rund 62 Prozent aller Verkäufe bei den SBB werden an den Automaten getätigt. Die Automaten sind gut akzeptiert: So erhalten die SBB nur zu jedem dreizehntausendsten Verkauf eine Kundenreaktion, davon betreffen drei Viertel technische Störungen.

Die 1000 Automaten, die ausgemustert werden, sind seit 1997 im Einsatz. Der nun eingeführte Billettautomat hat eine Lebensdauer von gut 12 Jahren. Landesweit betreiben die SBB rund 1400 Ticketgeräte.

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