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Neuenburger Regierung kippt nach links

Die Stimmen im Kanton Neuenburg sind ausgezählt: Die SP besetzt neu drei der fünf Regierungsposten, die SVP hat zum ersten Mal einen Sitz erobert. Für die FDP endete die Wahl in einem Debakel.

Erzielten die besten Wahlresultate: Die SP-Regierungsräte Jean-Nathanaël Karakash (links) und Laurent Kurth werden in Neuchatel gefeiert. (19. Mai 2013)
Erzielten die besten Wahlresultate: Die SP-Regierungsräte Jean-Nathanaël Karakash (links) und Laurent Kurth werden in Neuchatel gefeiert. (19. Mai 2013)
Keystone

Die Neuenburger Regierung hat bei der Stichwahl am Sonntag einen Linksrutsch erlebt. Die SP gewann drei der fünf Sitze. Die SVP schaffte erstmals den Einzug in den Staatsrat. Die FDP verlor zwei der drei im 2009 gewonnenen Sitze und hat nur noch ein Mandat.

Das beste Resultat machte Laurent Kurth von der SP mit 28'834 Stimmen, vor seinem Parteikollegen Jean-Nathanaël Karakash mit 28'333 Stimmen. Auf den dritten Platz schaffte es FDP-Nationalrat Alain Ribaux, der 27'130 Stimmen erhielt.

CVP-Kandidat bleibt chancenlos

Mit dem viertbesten Resultat schaffte SVP-Nationalrat Yvan Perrin für die SVP erstmals den Einzug ins Schloss in Neuenburg. Er erhielt 24'895 Stimmen. SP-Kandidatin Monika Maire-Hefti verdrängte mit den zuletzt eingetroffenen Resultaten von La Chaux-de-Fonds und der Stadt Neuenburg noch Thierry Grosjean von der FDP, der sich lange auf dem fünften Platz behaupten konnte.

Maire-Hefti gewann 24'530 Stimmen und überholte den bisherigen Grosjean auf der Zielgeraden deutlich. Grosjean erhielt 21'794 Stimmen und wurde nur sechster. Vincent Martinez von der CVP blieb chancenlos und landete mit 9233 Stimmen auf dem letzten Platz.

FDP verliert zwei Sitze

Die Neuenburger Regierung kippt damit nach links. Für die FDP setzte es die bereits im Vorfeld befürchtete Schlappe ab. Die Freisinnigen hatten vor vier Jahren noch drei Sitze gewonnen. Jetzt stellen sie nur noch einen Vertreter. Die Neuenburger Regierung setzt sich neu aus drei SP- sowie je einem FDP- und SVP-Mitglied zusammen. Die Wahlbeteiligung lag bei 40,18 Prozent.

Der gewählte SVP-Kandidat Yvan Perrin bezeichnete seinen Sieg als «grosse Erleichterung. Er zeigte sich nach der Bekanntgabe des Ergebnisses ergriffen. Perrin kündigte an, sein Nationalratsmandat abzugeben.

SP-Anhänger feiern im Schlosshof

Im Schlosshof bejubelten derweil die SP-Anhänger die errungene Mehrheit. Laurent Kurth dankte den Grünen und der PDA für die Unterstützung. Das Neuenburger Wahlvolk habe einen Wechsel in der Regierung gewünscht und eine Rückkehr zu Ruhe und Ausgeglichenheit gesucht, sagte Kurth.

Die Feierlichkeiten der SP wurden abrupt unterbrochen, als der abgewählte Thierry Grosjean im Schloss eintraf. Dieser gab sich als fairer Verlierer und gratulierte den SP-Kandidaten. Grosjean zog zunächst eine positive Bilanz seiner zweieinhalb Amtsjahre.

Er kehre nun gerne auf sein Weingut und zur Familie zurück, er bedaure nur, dass alle geknüpften Kontakte nun enden würden, «ansonsten bin ich ein glücklicher Mann», hielt Grosjean fest. Er wertete das Resultat als Quittung für die vergangene Legislatur.

In einer Regierung müsse man mitmachen und wenn gewisse Sachen nicht gut laufen, sei er daran beteiligt, obwohl er diese nicht verursacht habe. «Wenn das Resultat dem Kanton einen Neuanfang erlaubt, bin ich froh.»

SDA/fko

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