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Nidwalden: Kein Ausstieg aus der Atomenergie

Das Elektrizitätswerk Nidwalden darf weiterhin Atomstrom ins Netz einspeisen. Das Volk hat mit 4159 zu 7398 Stimmen die Initiative «für einen schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie» abgelehnt.

Das Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN) versorgt den Grossteil Nidwaldens mit Strom. Mehr als die Hälfte davon stammt aus Kernkraftwerken. Die Initiative der SP hatte verlangt, dass das EWN ab Ende 2039 keinen Strom mehr aus Atomkraftwerken beziehen und an diesen keine Beteiligungen mehr halten darf. Mit dem Nein folgten die Stimmberechtigten (Beteiligung 39,44 Prozent) den Bedenken von Regierung und der bürgerlichen Parteien. Diese hatten vor einem enormen Preisanstieg gewarnt und erklärt, dass es schwierig sei, den Atomstrom zu ersetzen.

Das Nein sei das Ergebnis, das die Regierung erwartet habe, sagte Landammann Gerhard Odermatt auf Anfrage. «Es gibt keine andere Lösung.» Ein Ausstieg bis 2039 sei nicht möglich. Im Winter sei Nidwalden bis zu 80 Prozent vom Atomstrom abhängig. Er betonte, dass das EWN auch in Solar- und Wasserkraftwerke investiere.

Andere Haltung beim Wellenberg

Die Nidwaldner Stimmberechtigen hatten zwischen 1987 und 2002 vier Mal ihre ablehnende Haltung gegen ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle im Wellenberg zum Ausdruck gebracht. Gemäss SP wäre es folgerichtig gewesen, auch dem Atomstrom eine Absage zu erteilen.

Die Nidwaldner sind dem Atomstrom gegenüber aber weniger kritisch eingestellt als gegenüber einem Tiefenlager im eigenen Kanton. Tatsächlich hatten sie sich auch in eidgenössischen Abstimmungen stets gegen einen Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen.

Das nächste Mal können die Stimmberechtigten Nidwaldens am 13. Februar 2011 zum Wellenberg Stellung beziehen. Dabei geht es um die Stellungnahme des Regierungsrates zur aktuellen Standortsuche des Bundes. Der Regierungsrat spricht sich darin gegen ein Lager im Wellenberg aus.

SDA/raa

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