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«Pädophile sind keine emotionslosen Wesen»

Fälle wie der aktuelle Kinderschänder-Prozess lösen grosse Betroffenheit aus. Monika Egli-Alge, Chefin des Forensischen Instituts Ostschweiz, erklärt, was in Pädophilen vorgeht und ob sie therapiert werden können.

Etwa ein Prozent der männlichen Bevölkerung ist pädophil – in der Schweiz sind das theoretisch 20'000 Männer.
Etwa ein Prozent der männlichen Bevölkerung ist pädophil – in der Schweiz sind das theoretisch 20'000 Männer.
Keystone

Frau Egli-Alge, im Thurgau sind zwei Männer verurteilt worden, weil sie ihre eigenen Kinder massiv geschändet haben. Der Durchschnittsbürger denkt bei solchen Taten: Wie kann man einem Kind bloss so etwas antun? Viele glauben, Pädophilen fehle die Empathie gegenüber Kindern. Aber oftmals ist das Gegenteil der Fall: Die Wissenschaft weiss heute, dass Pädophile zum Teil eine sehr grosse Empathie haben. Das zeigt sich darin, dass sie Kinder dazu bringen, Dinge zu tun, die diese eigentlich gar nicht wollen. Das Problem ist aber, dass pädophile Straftäter die Opferempathie unterdrücken oder ausblenden. Häufig haben sie auch kognitive Verzerrungen – sie reden sich ein, Kinder bräuchten Sex. Man darf sich Pädophile insofern nicht als emotions- und empathielose Wesen vorstellen.

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